STUSS
     MUND

aktuell: Mittsommer
auf Alsen
2016
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17.11.17 14.11.17 11.11.17 08.11.17 05.11.17 02.11.17
MOPPEL ZUNGE.

Flunkerschiedlicher könnten sie traum reim, laber der Wille zur Macht reimt sie om reimen Tisch, dessen Tuch nicht zerschnitten werden grollte. Eine Jam Session wird es wohl nicht mehr werden, Schuld ist schließlich auch ein Gefühl und Butter muss bei die Fische. Motz ist der Metapherngeckbewerb nicht bähendet und krass arsch schön sprechen schön schreiben kommt, mag auch keiner mehr hören. Die Basis geigt sowieso auf einer anderen Hochzeit und wer mag küsst bis zum Umfallen Frösche, oder schluckt eine Kröte nach der anderen. Echte Gewinner vergessen ihre warme Decke nicht und halten furz bis zum schickeren Ende.

Das Fernsehprogramm war insgesamt recht übersichtlich und bestand hauptsächlich aus dem Angebot der ARD und des ZDF. Am Sonntag Nachmittag durfte ich Flipper dem klugen Delphin zusehen und um 18:00 Uhr ging es weiter mit Daktari und dem schielenden Löwen Clarence. Als absolutes Highlight galten die großen Quiz und Unterhaltungsshows am Sonnabend Abend, moderiert von Peter Frankenfeld, das Karo des Grauens, Rudi Carrell, das rauchende Band, Vico Torriani, der Kandidat hat neunundneunzig Punkte, oder Hans Joachim Kulenkampff mit seinem Glückspostboten Walter Spahrbier, Die Shows begannen direkt nach der Tagesschau und es gehörte zum guten Ton, die Spieldauer regelmäßig maßlos zu überziehen. Ich fand das alles furchtbar langweilig, aber Elle ließ uns freie Hand bei der Auswahl des Programms, denn sie war sowieso mit ihrem Freund beschäftigt und auf unser Schweigen angewiesen. Wenn ich großes Glück hatte, lief im Spätprogramm ein Western, meistens viel aufregender als Bonanza, eine Eggar Wallace Verfilmung, wie „Der Frosch mit der Maske“, mit Joachim Fuchsberger als Kommissar und Eva Pflug als Lolita, oder eine Folge von „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“, mit Dietmar Schönherr als Kommandant des Raumschiffes und auch hier mit dabei Eva Pflug, als Leutnant Tamara Jagellovsk. Das war dann wie ein Sechser im Lotto. Eine besondere Rolle spielten die sogenannten Straßenfeger, mehrteilige Verfilmungen der Krimis von Edgar Wallace, die ich natürlich auch nur in Abwesenheit meiner Eltern sehen konnte. Wenn wir nicht vorher einschliefen, hielten wir sportlich bis zum Testbild durch. Bevor meine Eltern sich auf den Weg ins alte Dorf machten, aßen wir noch zusammen Abendbrot und mein Vater hielt uns jedes mal einen kleinen Vortrag darüber, was zu beachten sei, wenn man zu abendlichen Vergnügen ordentlich Alkohol konsumieren wolle und das Schützenfest galt, wie auch der Ball der freiwilligen Feuerwehr, als feuchtfröhliche Veranstaltung, bei der gebechert wurde, bis keiner mehr stand. Ganz wichtig, eine möglichst fettige Grundlage im Magen. Er bevorzugte dafür geräucherten Fisch, wie Aal, Makrele und Schillerlocken, notfalls taten es auch sehr salzige, in Öl eingelegte Lachsstückchen. Beim Katerfrühstück am Sonntag Mittag hielt er sich dann an Matjes und Rollmöpse. Beim Frühstück erfuhren wir auch, dass mächtig getanzt worden war, bis zur Polonäse durch den ganzen Saal und das es zu einer Schlägerei aus Eifersucht, zwischen einem Alteingesessen und einem Neuzuzügler gekommen war, an der sich mehrere Personen beteiligt hatten.

Gebundene Mittel sind kein Bindemittel.

DESASTER MIND.

Dringend bähnötigt wirrt reim Koalitionskleber, wahrschit Pfau Murksel breiter feegieren fun. Ein Ruck sollte besser nicht durch die Mitte gehen, flenn er könnte reimen Riss furz eben fiese Mitte rauschlösen. Krittelfristig werden die Risse das Bild bähherrschen und Schrägstoff Spezialisten reißen die Deutungshoheit om sick, denn klare Kanten gibt es nicht. So furzwabern rauschgemotzte Wahnspiele den Painstream des Kantenmanagement und arschgeben geht gar nicht, denn wer arschgibt geht in den Arsch, auch ganz ohne Arschgeigen. Nun wird aus alt auch durch Neuwahlen nicht neu und außerdem war das Alte sowieso besser. Nur die Altersgrenze könnte noch versbessert werden.

Im großen Gastraum waren zwei lange Tischreihen aufgebaut, die von einen Ende des Raumes bis zum andern reichten. Nachdem alle Anwesenden Platz genommen hatten, hielt erst Herr L. und dann der Schützenkönig eine kurze Rede und dann wurden Bienenstiche, Streuselkuchen, Hefegebäck und andere trockene Teilchen und der gute Filterkaffee serviert. Kurz danach wurden die ersten Schnäpse aufgefahren und den Kindern gestattet sich von der Tafel zu entfernen, womit der Kinderfest genannte Teil des Schützenfestes offiziell beendet war. Neugierig streifte ich durch den verwinkelten Gasthof und entdeckte in einem Nebenraum die Quelle des guten Filterkaffees, der aus einer randvollen Badewanne stammte, die mit vorgebrühtem Kaffee gefüllt war. Nach der Beendigung der Kaffeetafel wurde das Fest unterbrochen, denn die Bauern mussten sich um ihr Vieh kümmern. Kurz nach der Tagesschau begann dann der zweite, nicht mehr jugendfrei Teil des Schützenfestes. Die Teilnahme am abendlichen Tanzvergnügen war obligatorisch für alle erwachsenen Einwohner, die im alten und besonders im neuen Dorf dazu gehörten, oder es gerne wollten. Nach dem Abendbrot kam Gabriele, Elle genannt, unser Babysitter rüber, die älteste der Siemsens Schwestern. Meine Eltern verabschiedeten sich und gingen zu Fuß runter ins alte Dorf. Elle verdiente sich auf diese Weise fast jedes Wochenende locker ein Zubrot und konnte sich heimlich mit ihrem Freund treffen, meine Eltern brauchten sich keine Sorgen zu machen und mein kleiner Bruder und ich konnten so viel und so lange das Fernsehprogramm verfolgen, wie es uns beliebte. Der Deal war vorteilhaft für alle Beteiligten. Normalerweise war unser Fernsehkonsum stark reglementiert, die einzige Sendung nach 20:00 Uhr, die ich sehen durfte war „Ein Platz für Tiere“ von und mit Professor Grzimek. Mein Lieblingsfilm, „Invasion von der Wega“, lief leider ausschließlich im Abendprogramm nach 22:00 Uhr. Die Außerirdischen von der Wega sahen aus wie Menschen, aber wenn sie starben, kehrten sie für einen kurzen Moment zu ihrer ursprünglichen, undefinierbaren Erscheinungsform zurück. Dann lösten sie sich in einem Lichtblitz auf. Die Einsatzzentrale des geheimen Sonderkommandos zur Bekämpfung der Außerirdischen lag unterirdisch und der Chef fuhr einen Mercedes mit Flügeltüren. Das war aufregend, spannend, smart und geheimnisvoll. Leider lief die Serie am Donnerstag Abend und nicht am Wochenende, wenn meine Eltern unterwegs waren. So war ich gezwungen mich im dunklen Flur bis zur Tür des Wohnzimmers zu schleichen, um heimlich das Tun und Lassen der Außerirdischen weiter zu verfolgen.

Auf der Strecke sollte man nicht bleiben, sondern gehen.

FEE KANNE.

Seit freustem haben omsere Poly Trickster zwar noch keine Flügel, laber sie segeln mit dem Wind des Opportunismus trüber die Trashgründe des Wirrsings. Das man Wolken nicht wirklich kratzen kann, sollte niemanden trüberraschen können, motzfrommerwetter kratzen Wolken uns schon. So segeln wolkige Wolkenlacher denn über Wolkenmeere und über den Wolken ist auch nicht mehr. Hohl moser Dübel wird der Wutschutz rauschgebaut und Seichtgrafen moderieren den lalltäglichen Painstream. In der Kotzmoderne mutierte der Gewinn zu Gewalt, die Post zum Schieferdienst, die Schönheit zur Show und die Omsterblichkeit zum Bart ab.

Zu den Höhepunkten des dörflichen Lebens gehörte das alljährliche Schützenfest. Herr L. nahm das Fest sehr ernst, denn nicht nur unter den Erwachsenen wurden ein Schützenkönig und eine Schützenkönigen, durch sportlichen Wettbewerb am Schießstand ermittelt, sondern auch unter den Schulkindern und diese Aufgabe oblag ihm und der Handarbeits und Heimatkunde Lehrerin. Der Schwerpunkt lag allerdings nicht wie bei den Erwachsenen auf Schießübungen, sondern wir mussten am Freitag vorm Schützenfest von sieben Uhr morgens bis zum frühen Nachmittag, allerhand mehr oder weniger sportliche Übungen, wie Dosenwerfen, Eierlauf und Sackhüpfen absolvieren und anstatt mit Gewehren, schossen wir mit Pfeil und Bogen auf eine Strohscheibe. Es gab Taschenmesser, Kosmetiktäschchen, Federmappen, Füller, ein Federball Set, einen Fußball und einige andere nützliche Dinge zu gewinnen. Ich fand alles total bekloppt und entsprechend unmotiviert beteiligte ich mich, sehr zu Herrn L. Missfallen, an den Wettbewerben. Das war aber erst der Anfang, denn der Festtag begann mit einem feierlichen Umzug durchs Dorf, angeführt von der musizierenden Fraktion der freiwilligen Feuerwehr. Ihnen folgte im vollen Ornat, der Schützenkönig mit seiner Königin. Dahinter marschierte der gesamte Schützenverein, gefolgt von den nicht musizierenden Mitgliedern freiwilligen Feuerwehr und den dörflichen Honoratioren. Dann kam auf einem Ponywagen der Kinderkönig mit seiner Königin, in meinen Augen der einzige Grund Schützenkönig zu werden und hinter ihnen trugen jeweils zwei Kinder zu hause geflochtenen Blumenbögen. Meine Mutter flocht mir einen besonders schönen Bogen, denn aus Integrationszwecken war es meinen Eltern sehr wichtig, dass ich Blumenbogen tragend, an dem Umzug teilnahm. In Pinneberg hatten wir, unter Anleitung von Tante Gugu auch solche Blumengebinde fabriziert und waren damit einmal im Jahr, anlässlich des Schulfestes durch das Neubauviertel gezogen. Damit erschöpfte sich aber auch schon jegliche Gemeinsamkeit zwischen dem Schulfest und dem Schützenfest. Der festliche Umzug marschierte einmal quer durchs Dorf und endete vorm Dorfgasthof. An der Hauptstraße lagen im Abstand von etwa fünfhundert Metern zwei Gasthöfe, die bei der Ausrichtung der Kaffeetafel und des abendlichen Tanzvergnügens, im jährlichen Wechsel antraten. Mit unseren Blumenbögen stellten wir uns hintereinander vorm Eingang auf, so das die königlichen Schützen unter einem Blumendach zur Kaffeetafel schreiten konnten.

Lieber um die Ecke denken, als an der Ecke stehen.

KOTZ STUDIO.

Schitlerweile bähfleißigen omsere Poly Trickster sich reimes Metapherngartens, der jedem botanischen Garten Konkurrenz machen könnte. Rausch versknüpften Enten werden Luftschlösser gebaut und lall die Rezepturen aus den Doktortaschen irrer Schmubringer, wechseln reimander trash. Probleme werden sowieso nicht gelöst, sondern verlagert, in der stillen Hoffnung, dass sie irgendwann verloren gehen. Nun geht Schmu laber nicht versloren, bangheimlich mutiert der Schmu schmu motz quer Schmu, schiss die Hütte brennt, denn dem Klima sind seine Kritiker egal und Krisen gibt es auch ganz ohne Management.

Ich liebte es auf dem hohen Gatter an der Einfahrt einer sehr großen Wiese zu sitzen, die leicht nach Westen abfiel, wie der Acker am Windkanal. Das grünbraune, büschelige Gras war von Maulwurfshügeln und Inseln wilder Pflanzen überzogen und in einer Senke stand eine Baumgruppe. Hinter der Wiese ging der Blick bis zum Horizont über nichts als Wiesen, Felder, einzeln stehende Bäume und Knicks. Hier konnten die Jungs von der Ponderosa ganz wunderbar durch ihre brennende Landkarte reiten und hinter tarnenden Gebüschen lagen edle Indianer auf der Lauer. Die Feldmark war voller magischer Orte, aber auch voller Müll. Immer wieder lagen ausrangierte Kühlschränke, Fernseher, Waschmaschinen, Autoreifen und Batterien oder gut verschnürte Plastiktüten mit undefinierbarem Inhalt am Wegesrand und manchmal verbarg sich auf der Weg abgewandten Seite eines Knick eine wilde Müllkippe. Von unseren Eltern waren wir eindringlich vor diesen Müllansammlungen gewarnt worden und dazu aufgefordert, bloß nicht dort zu spielen. Wenn ich mich denn endlich dazu entschied an der nächsten Wegekreuzung links abzubiegen und den Nachhauseweg anzutreten, kam ich kurz vorm Ehrenmal an einer Bruchkante vorbei, an der ein Hünengrab gelegen hatte. Schräg gegenüber der Grabungsstätte lag der heilige Hain, eine komplett von Knicks umsäumte und mit Bäumen bestandene, feuchte Senke. Im heiligen Hain war es immer schattig und am Boden unter dem geschlossenen Laubdach blühten erst Maiglöckchen und dann schneeweiße Buschwindröschen. Manchmal zogen wir nachmittags auch runter ins alte Dorf. Die Siemsensmädchen halfen jedes Jahr bei der Kartoffelernte und hatten sich mit einer Bauernfamilie befreundet. Der große Hof lag mitten im alten Dorf, die Stallungen der Kühe und Schweine waren riesig, es stank mächtig nach Mist und wir durften nach Herzenslust auf dem Heuboden herum toben. Mit gewagten Sprüngen warfen wir uns in die Heuberge und es fühlte sich an, als würden wir darin schwimmen. Manchmal nahm der Bauer uns auch am späten Nachmittag mit zum Melken und Ische zeigte mir, wie man eine Kuh mit der Hand melkt und dann bespritze sie mich mit der frischen Kuhmilch direkt aus dem Euter. Bei der herbstlichen Kartoffelernte durfte ich nicht mit machen, denn mein Vater fand das ganz und gar nicht standesgemäß. Einerseits war ich froh, in den Herbstferien, auch Kartoffelferien genannt, ausschlafen zu können und nicht in aller Hergottsfrühe auf dem Acker zu stehen, aber andererseits beneidete ich die Siemsensmädchen schon um das abendliche Kartoffelfeuer und lauschte begierig ihren Erzählungen.

Mit Pulver sollte man backen und nicht schießen.

FASEL SENDER.

Schit dem Bähstellen schisst es reim bischen wie schit den Geistern, die nicht mehr gehen wollen, flenn bähstellen ist leicht, laber abbähstellen ist so gut wie ommöglich. Fun nennt es Flaxtun und es ist sakrosankt. Flaxtumsprognosen sind das eilige Orakel der Freuzeit und wer nicht flaxen will, muss flunkergehen. Quakwürste treffen sich am Glühweinstand und trotzen der schalken Jahreszeit schit reimer omgedeckten Speckkarte. So kommt die Butter zu den Fischen und die Funkfrau zum Funkspruch, nur omsere Poly Trickster schmollen nicht schmusammen finden. Pestendlicht wirrt die Gier nach Bähdeutung siegen und das nötige Maß an Omflexibilität verszeugen.

Verbale Defizite wurden besonders gerne am Sprungturm kompensiert und mit einem eleganten Kopfsprung aus drei Meter Höhe konnte mächtig Eindruck geschunden werden. Wer den Kopfsprung nicht beherrschte, versuchte zumindest mit der gewaltigen Wasserverdrängung eines Fußsprungs Aufmerksamkeit zu erregen. Beliebt waren auch hinterlistige Unterwasserattacken, bei denen die Auserkorene an Fuß gepackt wurde und unter Wasser gezogen. Wer nicht schwimmen konnte beschränkte sich darauf die wild kreischenden Mädchen vom Beckenrand ins Wasser zu schubsen und mit dem Hinweis auf meine teuren Hörgeräte, die auf keinen Fall nass werden durften, machte ich mich zwar nicht gerade beliebter, aber dafür ersparte ich mir so manchen heimtückischen Angriff. Zu Baden legte ich die verhasste Hörbrille natürlich ab, was dann allerdings dazu führte, dass ich kaum noch etwas mitbekam. Trotzdem liebte ich das Schwimmbad und führte meine Tauch und Schwimmkünste vor. Bei der Leiter am Sprungturm, die aus dem Wasser führte, herrschte meistens großer Andrang, denn es war die einzige Leiter im Freischwimmer Becken und eines Tages verletzte ich mich beim Warten an einen der Risse in der Betonverschalung. Die Wunde am großen Zeh blutete kräftig, aber ich beachtete sie nicht weiter, was dazu führte, dass der Zeh am nächsten Tag so entzündet war, dass ich keine Schuhe mehr tragen konnte. Die Entzündung erwies sich als außerordentlich hartnäckig und ich lief fast die gesamten Sommerferien ohne Schuhe herum, bis wir für zwei Wochen nach Amrum fuhren und das salzige Meerwasser meinen entzündeten Zeh ganz schnell heilen ließ. Der Weg nach hause, sei es nun von der Schule oder vom nachmittäglichen Vergnügen im Schwimmbad, war alle mal schöner, als der morgendliche Schulweg. Ohne Zeitdruck konnte ich den Umweg durch die Feldmark nehmen und bog kurz vor der Koppel mit den wütenden Jungbullen rechts ab. Nach etwa zweihundert Metern hatte ich wieder die Wahl, links ging es den Geesthang hinauf auf dem schnellsten Weg nach hause, geradeaus immer tiefer in die Feldmark hinein. Schnell war vom Dorf nichts mehr zu sehen und links und rechts des Weges lagen nur noch Wiesen und Felder. Die Spurbahn waren von Knicks gesäumt, am Wegesrand und zwischen den schmalen Fahrspuren aus Betonplatten, wucherten Gräser und wilde Blumen und in den Kronen der großen Bäume nisteten Krähenkolonien, Manchmal standen Rehe am Rand einer Wiese, oder im Schatten eines Knicks und in der langen Dämmerung des Sommers hoppelten Hasen über den Weg.

Lieber unterm Schirm, als auf dem Schirm.

QUER WERT.

Gierschmulande pest fun die Seele gerne baumeln, laber fun Seelenpflege verssteht fun nix. Seelenverwandte und Seelentiere haben auch keinen seichten Stand und Standpunkte werden sowieso nicht versrückt. Seelchen gehen im Painstream baden, aber nicht jeder Brunnen in dem Kinder baden bringt Glück. Omlagert von impertinenten Krügen, schließen Seelenbrummer reimen Pakt schit der Brüllabfuhr und entsorgen schlechte Gefühle auf dem direkten Weg. Trash nicht liederversarbeitet wirrt, gärt spinn Flunkergrund diffuser Klarreims Schmustände und Sippenfeekentnisse. Schluss mit lustig, der Prunksack geht um, bis er endgültig untergeht.

Zum kompletten Eklat kam es, als wir anlässlich des Werkunterrichts nach Geschlechtern getrennt wurden. Herr L. begab sich mit den Jungs zum gärtnern nach draußen und die drinnen verbleibenden Mädchen wurden von der Lehrerin für die ersten drei Schuljahre dazu angehalten, Topflappen zu häkeln. In Pinneberg hatten wir alle zusammen an der Nähmaschine gesessen und gerade Nähte nähen geübt. Wir hatten Pfannkuchen und Kartoffelpuffer fabriziert, die wir auch selber essen mussten und jahreszeitlich bedingt, Weihnachtssterne aus Buntpapier und Stroh gebastelt oder Ostereier bemalt. Meinem Wunsch zum gärtnern mit nach draußen zu gehen, wurde nicht statt gegeben und als ich mich daraufhin, mit Verweis auf die Ungerechtigkeit dieser Maßnahme, weigerte einen Topflappen zu häkeln, musste ich eine Stunde nachsitzen. Einen Topflappen häkelte ich trotzdem nicht. Als mein Vater erfuhr, warum ich völlig aufgebracht und nicht rechtzeitig zum Mittagessen wieder nach hause gekommen war, setzte er sich mit Herrn L. In Verbindung und ich musste nie wieder Topflappen häkeln.Hinterm Schulhaus befand sich ein ziemlich vernachlässigter Sportplatz und außerdem nannte das Dorf ein Freibad sein eigen. Das Freibad bestand aus einem größeren Feuerwehrteich in der Mitte des Dorfes, der zur Hälfte mit Betonwänden verschalt war. Die unbefestigte Hälfte war durch eine Leine mit kleinen, schwimmenden Bällchen gekennzeichnet und dort tummelten sich etliche stattliche Goldfische, die auch gerne mal ihre Hälfte verließen. Auf der befestigten Seite gab es einen flachen Bereich für Nichtschwimmer und die tieferen Gewässer waren, wie auch das Goldfischbiotop, durch eine Leine mit auf dem Wasser liegenden Bällchen gekennzeichnet. An der Längsseite des Freischwimmerbereiches stand ein Dreimeterturm mit Sprungbrett. Im Gegensatz zum größten Teil der dörflichen Jugend konnte ich, dank meines Großvaters, ausgezeichnet schwimmen und mir damit ein wenig Respekt verschaffen. Der Sprung vom Dreimeterturm galt ebenfalls als Mutprobe und auch hier konnte ich punkten, schließlich hatte ich mich ja schon im Alter von sechs Jahren überwunden und war, zwecks Erringung des Fahrtenschimmerabzeichens, ohne Sprungbrett vom Turm gesprungen. Die Goldfische fand ich allerdings gewöhnungsbedürftig. Im Sommer war das Freibad der mit Abstand beliebteste Treffpunkt der Dorfjugend. Dort wurden erste, zarte oder mehr rüpelhafte Anbandelungsversuche gestartet, die Mädchen kicherten albern und flüsterten sich die Namen ihrer Favoriten zu.

Wer ja sagt, darf auch nee sagen.