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18.11.18 15.11.18 12.11.18 09.11.18 06.11.18 03.11.18
SCHISS MASTER.

Wirrsinnigerweise versschließt sich die Theorie fun der Wirrkraft der lallgemeingültigen Reimsicht, krass ätz kein grenzenloses Wachstum gibt. denn jedes Wachstum flunkerliegt Feesätzen, die spinn der Bähgrenztheit, fetzendlich sogar des Universsumm liegen. Was wirr dringend bärnötigen, ist gesundes Wachstum und nicht grenzenloses Wachstum, trash reimfach pur motz ungesund ist. Wachsenderweise fressen wirr die Grundlagen omseres Lebens auf und dann wundern wirr oms, wo denn das Leben geblieben ist. Lesen und lesen lassen, spielleicht reim Schritt spinn die richtige Rechnung, denn Wissen ist Macht. Dunnerweise macht zwar, was man nicht weiß nicht heiß, aber was man weiß, macht auch nicht zwangsläufig heiß. Nun wirrt ja omgeblich nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wirrt und kalter Kaffee schmeckt auch nicht mehr.

Sowohl Chesi, als auch Fichte beschreiben in ihren Werken ausführlich das Phänomen der Besessenheit. Voraussetzung für den Zustand der Besessenheit durch eine Gottheit ist, dass die betroffene Person in Trance fällt. Hervorgerufen werden die Trance Zustände manchmal durch den Konsum psychoaktiver Substanzen, aber viel mehr noch durch Musik und exzessives Tanzen. Inspiriert von seinen Erfahrungen mit nordafrikanischer Jajouka Musik und in Zusammenarbeit mit William Burroughs, entwickelte Brion Gysin die Dream Machine, um das Bewusstsein in Richtung Tranceartiger Zustände zu beeinflussen. Sie gingen davon aus, dass, ganz besonders durch Trommel Musik, rhythmisches Tanzen und rhythmisch flackerndes Licht Trance Zustände erzeugt werden können. Für die Anwendung der Dream Machine benötigt man einen Plattenspieler, bei dem die Abspielgeschwindigkeit eingestellt werden kann. Die Dream Machine ist ein runder Pappzylinder, mit einem Muster unterschiedlich großer und unterschiedlich geformter Schlitze. Der Pappzylinder wird auf einen Plattenteller gestellt, in der Mitte hängt eine Glühbirne und dann wird der Plattenspieler mit 78 Umdrehungen pro Minute abgespielt. Das variierende Schlitzmuster erzeugt unterschiedliche Lichtrhythmen, die bestimmten Wellenlängen entsprechen. Das Prinzip wurde später perfektioniert und auf Brillen mit Leuchtioden übertragen, die Lichtblitze in den gewünschten Wellenlängen erzeugen, dazu werden Kopfhörer aufgesetzt, die Tonmuster der entsprechenden Wellenlängen dazu abspielen. Mit Hilfe dieses Bombardements aus akustischen und optischen Wellen, soll das Gehirn dazu gebracht werden, in der erwünschten Wellenlänge zu schwingen. Interessanterweise spricht man bei Menschen die sich gut verstehen davon, dass sie auf einer Wellenlänge liegen. Beim Stöbern in einer Buchhandlung stieß ich auf eine Neuerscheinung des Sphinx Verlag von Michael Hutchison mit den Titel, „MEGABRAIN Geist und Maschine“. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, kaufte ich mir das Buch. Hutchison berichtet in dem Werk von seinen Besuchen bei etlichen Tüftlern und Autodidakten, die in Eigenregie die unterschiedlichsten Brain Machines gebaut hatten. Er lässt sich die Maschinen erklären, probiert sie aus und beschreibt die Erfahrungen, die er dabei machte. Außerdem lässt er sich von Neurologen erläutern, dass das Gehirn schwingt, wobei es so ist, dass verschiedene Regionen des Gehirns und auch die beiden Gehirnhälften meistens auf unterschiedlichen Wellenlängen schwingen. Die Wellenlängen korrelieren mit psychischen Zuständen und wenn große Teile es Gehirns auf bestimmten Wellenlängen schwingen und erst recht beide Gehirnhälften, kommt das dem Zustand der Trance oder Ekstase nahe. Die Neurologen führten ihm ihren Gehirnscanner vor, eine Kappe mit Elektroden, die die Schwingungszustände mehrerer Gehirnregionen in Echtzeit und farblich gekennzeichnet auf einen Bildschirm übertrug. Die Probanden konnten so direkt sehen, in welcher Weise bestimmte Gedanken oder Bewegungen das Schwingungsmuster ihres Gehirns beeinflussten. Die Tüftler hatten ihre Maschinen auf der Grundlage dieser Erkenntnisse gebaut. Einige der Apparate entsprachen schon so ziemlich den heutigen Brain Machines, ganz besonders beeindruckte mich eine Art Bett, auf dem die Probanden rhythmisch durchgeschüttelt wurden, mit Lichtblitzen bombardiert und obendrein leichte Stromstöße verabreicht bekamen. Dazu lief Musik. Um den Körper auf der gewünschten Wellenlänge schwingen zu lassen, arbeiteten einige der beschriebenen Brain Machines mit der Verabreichung leichter Stromstöße, ein Prinzip das mir nicht besonders behagte und auch von Hutchison jedes mal misstrauisch hinterfragt wurde, bevor er sich ihm im Selbstversuch aussetzte.

Was man ausbaden kann, muss man nicht austrinken.

WICHT LINIEN.

Schmu schäm om besten versschleierten Tratschtaschen feehört, trash wirr hohn bange reime Geldregierung haben. Nun wirrt fieses Geldreich reimeswegs fun regionalen Regierungen regiert, sondern fromm reimer Geldmacht und wer kein Geld hat, hat keine Macht. Auf der Bank liegt das Geld sowieso schon lange nicht mehr, fröhlich ist es rauschgewandert spinn das große Reich der Imagination, von Dull und Heinz. Freudig flunkerwerfen die Krassen sick der Herrschaft glanz und klar elektronischer Prozesse, bis der Strom ausfällt und es nichts mehr zu tauschen gibt. Kurzschluss kommt halt nicht von kurzschließen, sondern von kurz und scherzlos und davon, das nichts mehr geht. Kurzweilig helfen Kurze gegen Kürzungen, aber auf die Dauer ziehen alle den Kürzeren und der Kurs bricht reim, wenn Krämerseelen das Sagen haben.

In den Semesterferien kaufte ich mir ein prächtig illustriertes Buch von Gert Chesi, einem Journalisten aus Österreich, mit den Titel “Voodoo Afrikas Geheime Macht“. Chesi hatte auch mit Suzanne Wenger zusammen gearbeitet, einer Künstlerin aus Österreich, die 1950 zusammen mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Sprachwissenschaftler Uli Beier, nach Nigeria ging. Dort erkrankte sie schwer an Tuberkulose und wurde von einem einheimischen Heiler der Yoruba geheilt. Suzanne Wenger trennte sich von ihrem Mann und wurde in die Yoruba Religion eingeweiht. Fortan nannte sie sich Adunni Olurisa. In zweiter Ehe heiratete sie den nigerianischen Musiker Ayansola Oniru. Als Hüterin und eines heiligen Haines und Priesterin der Yoruba Religion schuf sie unzählige Kunstwerke für den heiligen Hain, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die Ethnologen gehen davon aus, dass in der Yoruba Religion Nigerias und in Benin, dem ehemaligen Königreich von Dahomey, die Wurzeln des Voodoo liegen. Schon die Namen der Loas, nicht direkt Götter, aber sehr mächtige Geistwesen, die sich meistens durch Besessenheitszustände in Menschen manifestieren, faszinierten mich. Wohl mit Abstand am bekanntesten Baron Samedi, Loa der Toten und Herrscher über die Friedhöfe, der meistens mit Totenschädel, schwarzem Frack und schwarzem Zylinder Hut dargestellt wird. Seine Frau, Maman Brigitte, Herrin der Friedhöfe und Grabsteine, mit roten Haaren, weißer Haut und einem schwarzen Kleid, erinnert in ihrer Farbgebung an Schneewittchen, weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz. Die schöne Erzulie, zuständig für die romantische Liebe und für Wohlstand. Ihr Ehemann Ogun, oberster Krieger unter den Loas. Herr der Schmiede, zuständig für Eisen, Feuer und Krieg, aber auch für Zivilisation und Technologie. Damballah, Vater aller Loas und seine Frau Ayida Wedo zuständig für Sexualität und Fruchtbarkeit, die oft als Schlangen, oder Regenbogenschlangen dargestellt werden, denn der Regenbogen ist das Symbol von Ayida Wedo. Es liegt auf der Hand, dass die christliche Verteufelung der Schlange hier ihren Ursprung hat, um alles, was an die alten Religionen erinnerte, negativ umzudeuten. Die Liste der Loas ist lang und zu jedem Loa gehört eine Veve, eine oft sehr poetische, schwarzweiße Strichzeichnung mit großer symbolischer Bedeutung. In den synkretischen Kulten Südamerikas, vermischen die Loas sich mit einheimischen und christlichen Gottheiten, verändern ihre Namen und Attribute, aber ihre afrikanischen Wurzeln bleiben immer deutlich, ob sie nun zu den Orixas des Candomble werden, den Caboclas und Caboclos und Pertras Velhas und Petros Velhos des Umbanda, oder den Orishas der Santeria. Voodoo Priester und Priesterinnen betätigen sich auch als Heiler und Heilerinnen und sie bilden aus. So eine Ausbildung kostet eine Menge Zeit und auch einiges an Geld, aber sie kann durchaus der Grundstein für eine sehr erfolgreiche ökonomische Zukunft sein. Die Klientel bittet um Rat und Tat in allen möglichen Fragen der Lebensbewältigung und des ökonomischen Erfolgs. Der göttliche Beistand ist nicht umsonst, weder für die Kundschaft noch für den Priester oder die Priesterin, jedes Geistwesen hat seinen eigenen Schrein, seinen Altar, seinen Raum, will gefüttert, gewaschen und umsorgt werden und jeder hat seine ganz speziellen Vorlieben. Erzulie will Parfüm und Süßigkeiten, Baron Samedi Zigarren und Rum, Ogun Schweinefleisch, Zigarren und Rum und schwarze Hühner für Maman Brigitte. So wie christliche Nonnen Bräute Jesus sind, so sind auch etliche Priester und Priesterinnen mit einer Voodoo Gottheit ganz besonders liiert, fast wie in einer Ehe und eine Nacht in der Woche ist der bevorzugten Gottheit vorbehalten.

Großmacht kommt nicht von Großmut.

GEIZ WÄSCHE.

Nichts gegen ein kantiges Kinn, laber lallschmu kantig sollte der Kinnladen nun auch nicht sein. Dunerweise tut sich der Verdacht auf, dass Prinz kantiges Kinn, reimer omserer Omwärter rausch die Nachfolgeschaft from Pfau Murksel, nicht nur ein kantiges Kinn sein eigen nennt, sondern auch schmu äußerst kantigen Ideen neigt. Der Zombie ist auch nicht besser, wenn auch nicht ganz so kantig am Kinn, so ist er in seinen Plänen motz kantiger. Was nun die kantige Thronfolgerin omgeht, Nomen est Omen. Wir geben uns die Kante, selbst Kant tat es bisweilen und hoffen auf einen Kantensprung. Kantengänger neigen zur Vorsicht, denn zu jeder Kante gehört ein Abgrund, wo alles endet, was über den Tisch gezogen wird, weswegen es auch nicht Goldkante heißt, sondern Goldrand. So wandern die Randphänomene denn langsam vom Rand zur Mitte.

Ein weiteres Seminar nannte sich einfach nur „Zweihundertfünfzig Jahre Amerika“. Das Seminar war extrem gut besucht und fand deswegen im Hörsaal des Instituts statt. Bei den etwa achtzig Teilnehmern und Teilnehmerinnen handelte es sich nicht nur um Mitglieder des Fachbereichs, sondern auch um etliche Studierende, die Ethnologie im Nebenfach gewählt hatten. Unser Dozent bot ein breit gefächertes Spektrum an Referatsthemen an und ich wählte das Thema, „Der deutsche Indianer am Beispiel Karl May“. Schon in Ivos Salon hatte ich mächtig Eindruck mit Arno Schmidts Thesen zu Karl May und den Erkenntnissen aus meinen Video Zusammenschnitten dreier Winnetou Verfilmungen gemacht***, aber dem Seminar musste ich noch ein wenig mehr zumuten. Arno Schmidt untermauert seine These von Karl Mays latenter Homosexualität, nicht nur mit Winnetous „jedem Weibe zur Zier gereichender Haarpracht“ und der Locke, die Old Shatterhand ihm heimlich abschneidet und als Ring zusammen gedreht in der Brusttasche über seinem Herzen verwahrt, der Tatsache das im Lebensplane Old Shatterhands keine Verehelichung vorgesehen war, sondern auch noch mit der Interpretation diverser anderer Werke von Karl May. Arno Schmidt knöpft sich die Landschaftsbeschreibungen vor und wo es um hügelige Gegenden geht, läuft die Handlung stets auf einen tiefer gelegenen, zentralen Punkt zu. Nach Arno Schmidt das Arschloch. Außerdem nennt er den Sprachrhythmus Kopulationsähnlich. Im Seminar herrschte erstauntes Schweigen und das niemand dieser These widersprach, war wahrscheinlich nur auf Arno Schmidts Autorität und die Zustimmung unseres Dozenten zurück zuführen. Trotzdem unser Dozent reichlich Referate vergeben hatte, wurden die wenigsten im Seminar gehalten, meisten diskutierten wir endlos und nicht sonderlich ergiebig über alle möglichen Themen die irgendwie mit Amerika, Imperialismus und Kolonialgeschichte zu tun hatten. Das Beste was ich aus dem Seminar mitnahm, war die Empfehlung unseres Dozenten, sich die Werke von Hubert Fichte anzusehen. In der Stabi lieh ich mir einen ganzen Stapel Bücher von und über Hubert Fichte aus und war begeistert. Hubert Fichte erfand eine neue literarische oder wissenschaftliche Gattung, je nach dem von welcher Seite aus man es betrachten will, die literarische Ethnologie, auch Ethnopoesie genannt. Schon sein 1968 erschienenes Werk, „Die Palette“, trägt Züge einer ethnologischen Studie. Der Roman beschreibt eine Szene Kneipe der damaligen Zeit am Hamburger Gänsemarkt. Zusammen mit der fast zwanzig Jahre älteren Leonore Mau, einer Fotografin, der er in lebenslanger Freundschaft verbunden war, reiste er nach Südamerika, Mittelamerika und Afrika. Leonore Mau und Hubert Fichte lebten und wohnten zusammen, obwohl sie kein Liebespaar im herkömmlichen Sinne waren. Die Erfahrungen dieser Reisen verarbeitete er in den Werken „Xango“ und „Petersilie“. Hubert Fichte war homosexuell, auf seinen Reisen nach Südamerika stürzte er sich mit Leidenschaft in das Nachtleben der Länder und beschrieb die heimlich gelebte Homosexualität der Südamerikaner. Er besuchte etliche Heiler und Heilerinnen der einheimischen, synkretischen Religionen und Kulte und interviewte sie zu ihrem Werdegang, ihren Ansichten über die Welt und die Götter und Göttinnen ihres Kosmos und zu den von ihnen bevorzugten Praktiken. Er legte Listen der verwendeten Pflanzen an und wohnte Heilungszeremonien bei, sofern es ihm gestattet wurde. In seinen Büchern findet sich all dies, gemischt mit völlig subjektiven Beschreibungen seiner Reiseeindrücke, sei es auf der Straße, im Hotel, in der Diskothek, oder in den Häusern und Hütten der Heiler und Heilerinnen. Durch Hubert Fichte kam ich zum Candomble, zum Umbanda, zum Xango, zum Macumba, zum Santeria auf Kuba und zu den afrikanischen Wurzeln all dieser Religionen, dem Voodoo. Hubert Fichte wurde nicht ganz einundfünfzig Jahre alt, er starb an Aids. Eleonore Mau überlebte ihn um siebenundzwanzig Jahre und wurde siebenundneunzig Jahre alt.

Eine Brille ohne Rand, ist wie ein Hemd ohne Kragen.

*** STUSSMUND: Dienstag 09.05. 2017 / Freitag 12.05. 2017 / Montag 15.05. 2017

ACH SCHAFFUNG.

Spinner motz wirrt das Grunzproblem der Trüberbähvölkerung omseres schönen Reimartplameten nicht würglich thematisiert. Hohn die gar nicht so fern liegende Hetzstellung, dass nicht nur Kühe furzen, trüberfordert den Painstream und pestwegen wachsen lalle omsere Probleme schitlerweile trüberproportional zum Bähvölkerungswachstum. Dunerweise heißt es in einem dicken, alten Buch ja leider nicht, seid klug und vermehret euch maßvoll, nein, das Erbe soll nicht gepflegt werden, sondern flunkertan gemacht sterben und der Aufruf zur Vermehrung fällt eher maßlos aus. Mit Maßen gab es ja schon immer Probleme, entweder stimmten sie nicht, oder Meter müssen in Meilen omgerechnet werden, nur ganz ohne schwankenden Wechselkurs. Drum wechselt ganz schnell sein Mäntelchen, wer nicht im Wald verschimmeln will.

Was das glückliche Leben der Ureinwohner Hawaiis anging, wurden wir durch ein Referat von unseren naiven Vorstellungen geheilt. Die hawaiianische Gesellschaft war streng hierarchisch organisiert. An der Spitze standen der König und die Adligen, danach kamen die Priester und dann das gemeine Volk. Mitgliedern des Volkes war es bei Todesstrafe verboten über den Schatten eines Adligen zu steigen, es gab diverse Nahrungstabus, Frauen durften kein Schweinefleisch und etliche andere Nahrungsmittel zu sich nehmen, aber auch die Ernährungsgewohnheiten der einzelnen Gesellschaftsschichten waren durch Tabus so unterschiedlich, dass sie sich deutlich sichtbar auf das körperliche Erscheinungsbild der Eingeborenen auswirkten. Kapitän Cook, seine Mannschaft und die mitreisenden Wissenschaftler gingen daher anfänglich davon aus, es mit zwei verschiedenen Menschentypen zu tun zu haben, bis ihnen klar wurde, dass es sich nur um die Folgen der unterschiedlichen Ernährung handelte. Ein weiteres Referat befasste sich mit dem Konzept des Mana und wirkte nicht unbedingt erhellend, was vielleicht damit zusammenhängt, dass die Bedeutung des Begriff Mana bis heute nicht wirklich umfassend geklärt, geschweige denn erklärt worden ist, obwohl das Konzept des Mana im gesamten ozeanischen Raum vertreten war und ist. Das Mana ist so etwas wie eine spirituelle Kraft und Energie, die sich am gesellschaftlichen Stand und an den Fähigkeiten des Individuums festmacht. Gleichzeitig ist das Mana aber auch in Tieren, Pflanzen und Steinen, in der gesamten Natur vorhanden, was bei einem geistigen Konzept, dass die ganze Welt als beseelt ansieht, auch nicht besonders verwunderlich ist. Nachdem alle Referate mehr oder minder gut gehalten worden waren, plauderte Beatrice in der letzten Doppelstunde des Seminars noch einmal recht scharfzüngig und amüsant aus dem Nähkästchen ihrer wissenschaftlichen Erfahrungen und teilte uns mit, dass sie wieder nach Hawaii zurück kehren würde. Das folgende Semester stand aus aktuellem Anlass unter dem Motto „Zweihundertfünfzig Jahre Amerika“. Immer noch fasziniert von der Südsee, belegte ich einen weiteren Kurs, der sich mit der Geschichte und Kolonialisierung Südamerikas und Ozeaniens beschäftigte. Unser Seminarleiter, ein älterer, sehr zurück haltender und seiner rot leuchtenden Nase nach, wahrscheinlich hingebungsvoller Liebhaber des ebenso roten Weins, war Professor am Übersee Museum in Bremen. Mit nicht mal zehn Teilnehmern war das Seminar erstaunlich schlecht besucht und nach kürzester Zeit wurde mir klar warum. Der Professor war sehr verliebt in sein Thema, sprach am liebsten selber und die schlecht recherchierten Referate seiner Studenten und Studentinnen langweilten ihn ganz furchtbar. Ich verstand das durchaus und schlimmer noch war es für mich, wenn die Referate wohl möglich viel zu schnell, viel zu leise, mit gesenktem Kopf oder der Hand vorm Mund, oder völlig vernuschelt vorgetragen wurden. Da der Professor über ein außerordentliche profundes Wissen verfügte, fast glich er einer Bibliothek auf zwei Beinen, liebte ich seine ausufernden Vorträge, mit denen er es immer wieder verstand, anstehende Referate auf die nächste Stunde zu verschieben. Zu jeder Sitzung brachte er einen ganzen Stapel Fotokopien mit Auszügen aus dem alten Büchern und Dokumenten des Übersee Museums mit, die er wahrscheinlich auf Kosten des Übersee Museums gemacht hatte. Er erläuterte uns die oft sehr symbolischen Bilder, die Wappen und Landkarten voller allegorischer Figuren und gab uns die Texte zum Nachlesen mit nach hause. Manchmal saßen nur vier oder fünf Teilnehmer im Seminarraum und es war fast so, als würde der Professor uns Privatstunden geben. Leider war die Verwaltung des Fachbereichs gar nicht so begeistert von der Tatsache, dass das Angebot des Professors kaum wahrgenommen wurde und so wurde sein Vertrag zu meinem großen Leidwesen nicht verlängert.

Zucker ist nichts für Zuckerpuppen.

PRASSER PEGEL.

Schitlerweile bähwahrheitet ätz sick, die Mitte ist ein Monster, geldselbiges sick selber frisst. Mittelmaß war schon immer Scheiße und und hohlwiefroh ist die Mitte reime Fiktion mauschelordentlicher, mittelmäßiger Mitläufer. Mitgenommen ist wie mitgegangen und nur Mitsommer fällt aus der Reihe, weil er wirklich in der Mitte ist. Randexistenzen drängen zur Mitte, laber die Mitte mag nicht mickerig sein und drängt den Rand schmurück. Wir suchen oms reimen Mittelstand und hoffen auf öffentliche Mittel, denn der Markt ist ja schon lange offen. Nun ist ein offener Hosenstall nicht immer positiv zu bähwerten und offene Worte müssen nicht auf offene Ohren stoßen. Offene Türen kann man auch nicht einrennen und wo der öffentliche Traum bärginnt, brennt die Hütte, bis der Löschzug kommt und mit Hütenkeksen m sich wirfft.

Beatrice hatte keine besonders hohe Meinung von Kapitän Cook. Trotz seiner immer wieder hervorgehobenen Verdienste um die Kartografierung des pazifischen Raumes und der Entdeckung Australiens, sowie seiner Leistungen im Kampf, gegen den damals während längerer Seereisen allgegenwärtigen Sorbut, hielt sie ihn für einen arroganten und selbstgefälligen Menschen. Er schenkte den Eingeborenen Werkzeuge und auch Tiere, die er an Bord seiner Schiffe mitgenommen hatte, um die sie sich dann stritten und außerdem hielt er die Ureinwohner der pazifischen Inseln zwar größtenteils für gutmütig, aber den Europäern grundsätzlich unterlegen und auf dem geistigen Stand von Kindern, die belehrt und erzogen werden müssen. Tauschgeschäfte um an Wasser und Nahrungsmittel zu gelangen, machte er grundsätzlich nur, mit zu diesem Zweck billig mitgeführten Materialien, aber niemals mit Waffen. Der pazifische Ozean, in dem Hawaii und seine Nachbarinseln liegen, bedeckt ein Drittel der Erdoberfläche. Als die Europäer ihre Entdeckungs und Eroberungsfahrten starteten, waren bereits alle, in dieser gigantischen Wasserwüste liegenden Inseln und Atolle von den Polynesiern, Melanesiern und Micronesiern entdeckt und besiedelt worden. Bis heute wird heftig darüber gestritten, ob die Besiedelung des Pazifiks ausschließlich von der Küste Ostasiens ausging und bei den Osterinseln, etwa zweitausend Kilometer vor der Küste Südamerikas gelegen endete, oder ob der Pazifik eventuell auch von Südamerika aus besiedelt wurde. Trotzdem Thor Hyerdahl bereits 1947 mit der Kon-Tiki Expedition nachwies, dass die Einwohner Südamerikas alle Mittel und das notwendige Wissen besaßen, um den Pazifik bis zu den Osterinseln und darüber hinaus zu befahren, freundete sich die etablierte Wissenschaft nur schwer mit diesem Gedanken an. Archäobotanische Funde im melanesischen und micronesischen Raum unterstützen allerdings Hyerdahls Theorie, denn es handelt sich um Pflanzen und Samen die auch in Südamerika vertreten sind. Beatrice wies uns darauf hin, dass es mindestens genauso schwer sei eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, wie eine unbekannte Insel in den Weiten des Pazifik und das die Besiedelung des Pazifiks als technologische Leistung, mit den Raumfahrten der modernen westlichen Welt gleichzusetzen sei. Fest steht, dass die Südseeinsulaner Meister der Navigation waren und zwar ganz und gar ohne moderne Instrumente. Ihre einzigen Erinnerungshilfen waren sogenannte Stabkarten, aus Muscheln und Holzstäben, mit denen sie ihre Entdeckungen festhielten. Sie orientierten sich am Sternenhimmel, am Zug der Fische, am Flug der Vögel, an den Wolkenformationen und an der Form der Wellen. Schon Kapitän Cook staunte über die Sicherheit, mit der Tupaia, ein polynesischer Navigator aus Raiatea, ihn und seine Mannschaft, während der ersten Südseeexpedition mit der Endeavour, von Tahiti bis nach Australien und Neuseeland brachte. Tupaia musste Australien nicht entdecken, er wusste schon wo Australien lag. Er sorgte dafür, dass die Engländer sicher durch den Pazifik kamen und durch seine Arbeit als Übersetzer, half er einige Konflikte mit der Bevölkerung der Inseln zu vermeiden. Cook war schwer beeindruckt von Tupaias navigatorischem Fähigkeiten und bat ihn eine Karte, mit sämtlichen ihm bekannten Inseln zu zeichnen. Auf der Karte die Tupaia daraufhin anfertigte, sind vierundsiebzig Inseln verzeichnet. Sie entspricht allerdings nicht den Vorstellungen westlicher Wissenschaftler, denn die Inseln sind nicht nach ihrer geografischen Größe dargestellt, sondern ihrer spirituellen und religiösen Bedeutung entsprechend. Mittlerweile konnte nachgewiesen werden, dass wenn diese Faktoren in die Interpretation der Karte mit einbezogen werden, sie durchaus realistisch ist. Die Karte befindet sich heute in der Nationalbibliothek des vereinigten Königreiches von England.

Eine Jacke ist keine Hose.

DACKEL SCHLEPPER.

Om der Lust zur Verkleidenug, zeigt sich spinner lieder, die Freude om Rollenspiel. Ohne gleich rausch der Rolle schmu lallen, wirrt die Rolle gewechselt und schätzwegen boomt das Rollenspiel. So werden nicht nur aus Kindern Vampire, Teufel und Hexen, sondern auch aus Bürgern Banditen oder aus Heimchen Huren, aus Herren Harlekine und aus Flunkerdrückten Flunkerdrücker und omgekehrt. Zum endgültigen Kehraus laber feehört nun mal ein Besen und auf dem reitet die Hexe. Ohne Besen geht es nicht und auch der Kamin muss mit einem Besen feekehrt werden. Ob nun alte Besen besser fliegen, als neue Besen, wissen nicht mal Besenbinder, aber das Staubsauger des Teufels sind, steht fest. Staubbeutel sollten prinzipiell nicht unter Verschluss gehalten werden und Staubtücher taugen pestendlich zur Staub Prophylaxe kaum etwas.

Leider blieb Christine dem Fachbereich nicht erhalten, die Mittel des Instituts waren beschränkt und außerdem achtete die Verwaltung akribisch darauf, die jeweils auf ein Semester befristeten Lehraufträge, nicht mehr als sieben mal hinter einander zu vergeben, damit sich daraus kein Recht auf eine Festanstellung ergeben konnte. Christine hatte Glück, sie erhielt einen weiteren Forschungsauftrag der deutsch/indonesischen Gesellschaft und brach wieder auf nach Java. Ich besuchte ein Seminar, dass sich mit der Archivierung von Forschungsergebnissen befasste. Dorle, unsere Seminarleiterin war sehr nett, aber unübersehbar depressiv. Sie sprach einschläfernd langsam und ermahnte uns eindringlich, ganz besonders unsere Feldforschungsmaterialien, sofern wir denn eine Feldforschung machen würden, möglichst mehrfach zu sichern, was sie als die Archive der Archive bezeichnete, eine Formulierung, bei der ich mir das Lachen mühsam verkneifen musste. Als Beispiel führte sie den tragischen Fall eines Kollegen an, der mehrere Jahre über eine Ethnie geforscht hatte und seine gesamten Materialien vor der Rückkehr nach Europa sorgfältig in einem Schiffscontainer verstaut hatte. Unglücklicherweise wurde der Container während der Überfahrt bei einem Sturm vom Deck des Schiff gerissen und ging unter. Der Kollege hatte es versäumt ein Archiv des Archivs anzulegen. Dorle standen die Tränen in den Augen, als sie uns die Geschichte vortrug. Das wurde mir denn doch zu viel und obwohl alle wussten, dass Dorle noch nie einen Schein verweigert hatte, ihr Seminar war entsprechend gut besucht, brach ich das Seminar ab. Ganz andres ging es bei Beatrice zu, einer Gastprofessorin, die ein Seminar über Hawaii anbot. Stets in wallende, bunte Gewänder gekleidet und mit nicht weniger wallendem, grauen Haar, verbreitete Beatrice gute Laune, wo immer sie auch auftauchte. Sie hatte viele Jahre auf Hawaii gelebt, geforscht und gelehrt und das erste was sie uns erzählte war, dass auf Hawaii die schönsten Menschen der Welt leben würden. Sie schwärmte vom hawaiianischen Hanf und vom Observatorium auf dem dem Gipfel des Mauna Kea. Das Kollegium war ziemlich gespaltener Meinung über Beatrice, aber trotz ihr Frohnatur hielten sich alle zurück, denn sie konnte auch außerordentlich scharfzüngig sein. Ihr Seminar war sehr gut besucht, eine Feldforschung auf Hawaii wäre für meisten Teilnehmer wie ein Sechser im Lotto gewesen. Nach ihrem Vortrag über die schönsten Menschen der Welt, berichtete sie uns von Kapitän Cooks tragischer dritter Expedition in die Südsee, mit der Resolution und ihrem Begleitschiff der Discovery. Auch wenn die Engländer sich bei ihrer Landung auf Hawaii nicht besonders diplomatisch verhielten, so wurden sie höchstwahrscheinlich wegen ihrer Hautfarbe und wegen des zufälligen Zusammentreffens ihrer Ankunft, mit der in einer Legende beschrieben Ankunft von Göttern, die über das Meer kommen würden, für eben diese Götter gehalten, zumal sie exakt zum richtigen Zeitpunkt und aus der angekündigten Himmelsrichtung kamen. Die Einheimischen hießen sie gastlich willkommen, wie es Göttern gebührt. In ihrer unendlichen Ignoranz gingen Cook und seine Männer davon aus, dass die Hawaiianer sie für kulturell überlegen halten würden. Bevor die Situation wirklich eskalieren konnte, brach Kapitän Cook mit seinen Schiffen wieder auf. Leider machten sie den Fehler, wegen eines gebrochenen Mastes nach eine paar Tagen aus der falschen Himmelsrichtung zurück zu kehren. Diese Verhalten passte nun überhaupt nicht mehr zur göttlichen Legende und es kam ganz schnell zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Engländern und dem Hawaiianern, in deren Verlauf Kapitän Cook, ein paar Matrosen und Einheimische ums Leben kamen. Cooks Leichnam wurde zerteilt und an mehrere einflussreiche Familien verteilt. Nur mit Müh und Not und diplomatischen Zugeständnissen, gelang es den Engländern Teile des Leichnams zurück zu erhalten und zu bestatten.

Unter einer Decke muss man nicht stecken bleiben.