STUSS
     MUND

aktuell: Mittsommer
auf Alsen
2016
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23.09.16 20.09.16 17.09.16 14.09.16 11.09.16 08.09.16 05.09.16 02.09.16
GARDINEN PANNE.

Trash ich scherzlich versmisse, ist reime würgliche Diskussion oms Flenn und Sagen und om die schmerzlichen Schmustände. Chillen ist ja echt schön, laber rausch die Dauer nicht rauschreichend und wo der schiefe Graben nicht schmugeschüttet wirrt, da reißt er die Raben spinn den Trashgrund. Alle Julias halten jetzt mal den Schnabel und warten auf den Flug der Kraniche. Metternich gleich schüttelt Pfau Murksel irre Feefedern und der dicke Relaxo von den Mauen friss irr rausch der Hand. Handlanger nutzen die Gunst der Stunde und lecken den Honig vom Bart des Pharao, bis die Kinderlein zur Rechnung kommen. Mit rechten, moser klar rasanten Dingen, hat das nichts zu tun.

Vordergründig waren sie natürlich nur um mein Wohl besorgt, schließlich gingen sie ja davon aus, ich sei allein in dem großen Haus auf dem großen Grundstück, weswegen sie einfach mal schauen wollten, ob auch alles in Ordnung sei. Auf die Idee sich anzumelden kamen sie ebenfalls nicht und klingeln erübrigte sich sowieso, ich hätte es ja überhören können. So materialisierten sie sich denn meistens völlig unverhofft im Garten, ließen sich auf der Terrasse, unter der sonnengelben Markise ein kaltes Getränk servieren und begutachteten meine Gäste erst mal gründlich. Glücklicherweise hörte mein Besuch erheblich besser als ich, wodurch uns größere Peinlichkeiten erspart blieben. Peinlich war es allerdings auch, dass Julius bei dem Versuch Holz fürs Kaminfeuer zu hacken, eine Betonplatte des Gartenweges spaltete, die mein Stiefvater dann später unter allerhand spöttischen Bemerkungen, die Fähigkeiten meiner Freunde betreffend, auswechselte. Das Brandloch im Polster des kleinen Sofas, von mir selbst verursacht, bekam ich dann noch jahrelang aufs Brot geschmiert. Und, wohl wissend, dass mein Stiefvater ganz bestimmt das Leergut im Schuppen kontrollieren würde, bestand ich darauf alle leeren Flaschen zu entsorgen, bevor wir wieder nach Hamburg aufbrachen. Im Obst und Gemüsegarten reiften die Johannisbeeren und obwohl ich sonst nie hinterm Herd stand, schaute ich in die Rezeptesammlung meiner Mutter, einiges stammte noch von Oma und Uroma und beschloss eine rote Grütze zu kochen, mit Vanillesoße und Zwieback, seit Kindertagen schon immer eins meiner Lieblingsgerichte. Ob der Flut an schwarzen Johannisbeeren war die Grütze denn mehr schwarz als rot, aber sie schmeckte fantastisch. Ansonsten kochte Peter mit dem was der Küchengarten hergab, Julius war völlig unbegabt und Johanna wollte zwar kochen, aber zwischen Wollen und Können lag ein tiefer Abgrund und Julius fuhr lieber zum Imbiss im Nirgendwo der endlos langen Straße des alten Moordorfes und holte habe Hähnchen und Kartoffelsalat für alle, als sich von Johanna bekochen zu lassen, wo für wir ihm sehr dankbar waren.

Wo Würfel fallen, rollen Rubbellose.

NOT NOT KÜHN.

Zart goldinirosa schwebte der Mond knapp über den Dächern der gegenüber liegenden Häuserzeile und bangsam holt die Würglichzeit oms ja nun würglich reim. Chancen wurden schon immer ungleich versteilt und wer nicht echtzeitig rauschspringt hat selber schuld. Mostlalleschäm ist Schuld kein Prinzip, sondern nur eine Waffe, die ganzt schnell stumpf werden fun. Verszeit boomen Schuldreime und wer sie am schönsten singen kann, wirrt high. Herrengreifer suchen sich eine lauschige Nische und hoffen rausch den globalen Geldflunkergang. Fromm Spinn und Putzen schmoll irr nicht die Rede reim, laber rauschlassen wollen wir nix. Schieltheoretiker gehen in die nächste Runde und wo es nicht rund läuft werden omgeführte Konten gesperrt. Motzkönige tangiert das nicht und Motzleichen leben länger. So wirrt der Painstrean flenn konservierend, ob nun in Honig, Salz oder Asche gelegt.

Ein paar Jahre zuvor hatten meine Mutter und mein Stiefvater noch eine Belohnung von fünf DM, für jeden gefangenen Frosch ausgelobt, denn die zu nachtschlafender Zeit besonders intensiv konzertierenden Quaker, störten ihren Schlaf empfindlich. Das die Maßnahme keinerlei Erfolg nach sich zog, lag weniger daran, dass die gefangenen Frösche im Moor ausgesetzt wurden und so eventuell zum Ort ihrer Untaten zurück kehren konnten, als daran, dass sowieso immer nur ein paar Platzhirsche quakten und selbst wenn ein solcher weg gefangen wurde, fand sich sofort ein nicht minder lautstarker Nachfolger ein. Meinen Schlaf hatten die Frösche nie gestört, aber die Mücken umso mehr. Es war ein langer, heißer Sommer, der mehreren Jahren klassisch verregneter, norddeutscher Sommer folgte und meine Mutter, die, die Nase gründlich voll hatte vom Kochen in Ohrenkneifer verseuchten, dänischen Ferienhäusern, hatte auf drei Wochen Sizilien im Hotel mit Halbpension bestanden. Fürs Hüten von Haus und Garten, Katzen und Wellensittichen war ich abgeordnet worden und um in der provinziellen Wallachei nicht allein zu sein, nahm ich ein paar langjährige und langhaarige Freunde und Peter, einen rotlockigen Österreicher mit. Die Hecke unten an der Straße hatten sie extra hoch wachsen lassen und noch nicht beschnitten, damit der Garten und was ich dort so trieb, nicht allzu einsichtig waren. Ich gab mir alle Mühe, den Fußballfeld großen Garten nicht zu vernachlässigen und vor allem mit genug Wasser zu versorgen. In der Hitze des Nachmittags standen wir gerne, natürlich unbekleidet, im mittleren Teich und spielten Frisbee, was den Nachbarn, trotz Hecke nicht entging und blitzschnell zum aktuellen dörflichen Tratschthema avancierte. Das alle langhaarig waren, die Frauen und die Männer, machte das ganze Getratsche noch pikanter und so ziemlich jeder Nachbar fand irgendeinen Vorwand, um unangemeldet vorbei zu schauen.

Ohne Brot keine Spiele.

BREI TAG.

Schit den tagesaktuellen Rauschregern ist trash so reime Lache, vers furzem motz bähherrscht fun der Breitkulturfrage, wendet sick fiese Kultur witzschnell neuen Ufern schmu und geht wirrschmuhelle Hasen jagen. Trash trash nicht lall schmu lange gut gehen konnte, zählten die Hasen sich an weniger als fünf Pfoten ab und obendrein rief ätz die Quapizei auf den Plan. Highlaufende, moserreim entwicklungsfähige Trashmonster, sind reime tänzlich omversforschte Lesensnorm. Spießerspezialisten schärfen ihre Lesebrillen und wo der Normalfall zur Rauschnahme wirrt, hilft nur die Reimbildung weiter. Schielikonen weisen den Weg und rauscher der Reihe wird getanzt und gequapt, bis der Qapsel Cop kommt.Kenner nennen es Quapselmodus.

Mit einer weiteren Flasche Sekt bewaffnet kehrten Hans und ich zur oberen Terrasse zurück. Mein Stiefvater machte, für alle die daran interessiert waren, eine Führung durch den Garten und meine Mutter, die Tanten und die Perle wanden sich der Produktion dreieckiger Schnittchen zu. Die Schnittchen, vorzugsweise mit geräuchertem Schinken, Leberwurst und Käse belegt, wurden mit Radieschen, Gürkchen, Petersilie, und geviertelten, hart gekochten Eiern garniert, auf silbernen Platten arrangiert und zur abendlichen Stärkung gereicht, manchmal gab es auch noch eine Suppe dazu. Irgendwann wurden die Schnittchen und die Suppe abgeschafft, da solche exzessiven Fressorgien nicht mehr ganz dem Zeitgeist entsprachen. Aber auch ohne Schnittchen und Suppe blieben meistens nicht unerhebliche Mengen an Nahrungsmitteln über, die sorgfältig in Tupperware verpackt wurden und allen Anwesenden, ob sie nun wollten oder nicht, zum Abschied mit gegeben. Nachdem die letzten Gäste, unter großem Gewinke verabschiedet waren, trugen mein Stiefvater und die Nachbarn, die sich im Laufe des späten Nachmittags dazu gesellt hatten, sämtliche Stühle und Tische an ihre angestammten Plätze, oder zu den Nachbarn, von denen sie ausgeliehen waren zurück. Wenn dann endlich die ursprüngliche Ordnung wieder hergestellt war, stand der Mond schon über den Teichen und meine Mutter war völlig erschöpft. Beim letzten Gang durch den abendlichen Garten, runter zum Seerosen überwucherten unteren Teich, den wir einmal umrundeten, wurde das Fest rekapituliert. Zartlila geädert blühten die Schwertlilien, meiner Mutter Stolz und knallgelb die Sumpfdotterblumen. Nirgendwo im gesamten Garten war der Rasen so weich und Moos durch wuchert, der Wind säuselte in den Pappeln, alle paar Meter platschte es, denn die Frösche, die vor uns am Teichufer saßen, glaubten sich in Sicherheit bringen zu müssen. Der Quakerei tat das aber keinen Abbruch, denn die lautesten Frösche saßen mit ihren aufgeblähten Schallblasen sowieso immer im Wasser, oder auf den Blättern der Seerosen.

Grüne Neunen kann man nicht fangen.

FUTTER BLUME.

Feewöhnlicherweise ist der Schalkweibersommer ja eher mehr von mild durchsonnten Tagen und Nächten auf den weichen Kissen der Bodennebel geprägt und schitnichten von schweisstreibenden Witzen. Schwitzbolde gibt es eh genug und Witzkuren werden nicht fun der Zankenkasse bähzahlt. Gib dem Witz ein neues Schmuhause und der Kasse einen Bart, so entsteht Pokalkolorit. Mogelwarte interpretieren die Regeln und wo Teuerzinkerzieher erwischt werden, blüht die Spekulation. Wer mit Blasen om sich werfen will, braucht ein Pestgeldkonto ohne Kontoführungsgebühren und Bratenleser, denn die Feewinnmarge ist reim und Mooskäppchen spekuliert nicht mit omgezähmten Tieren. So geht Liebe durch Fragen.

Bevor wir uns allerdings völlig der Idylle hingeben konnten, tauchte zuverlässig meine Mutter auf, erkundigte sich nach unserem Befinden, ermahnte uns nicht so viel zu rauchen und zu trinken und wenn wir ihr dann vorschwärmten, wie schön es hier sei, kam wie das Amen in Kirche die Klage darüber, dass die Fugen zwischen den Ziegelsteinen der Terrasse, jedes Jahr wieder anlässlich des Sommerfestes vom wuchernden Moos befreit werden mussten. Überhaupt war Moos ein Thema, denn der schöne, samtweiche Rasen drohte ständig zu vermoosen, was ihn erst recht zu einem Elfenteppich machte. Lange blieb meine Mutter jedoch nicht, denn die familiären Pflichten riefen sie schnell ins ins Haus und zu den anderen Gästen zurück. Kurz danach erschien meistens ein Onkel oder eine Tante und holte uns fürs Familienfoto ab. Vor der überdachten, mit einer sonnengelben Markise bewehrten Hausterrasse, versammelte sich die gesamte Familie, um sich den Anweisungen meiner Mutter gemäß aufzustellen. Am linken Bildrand, außerordentlich dekorativ die Gunnera, auch Mammutblatt genannt, eine gigantisches Zierpflanze aus Südamerika, die jeden Herbst wieder mit einem Hügel von Mulch vorm Winter geschützt werden musste. Mit ihren riesigen Blättern glich sie einem größenwahnsinnigen Rhabarber und das die Gunnera noch nicht mal mit dem Rhabarber verwand war, musste regelmäßig erklärt werden. Am rechten Bildrand das Schilf des mittleren Teiches und auf den Rasen zwischen Uferschilf und Gunnera wurde die Familie aufgereiht. Im Zentrum des Bildes, als einzige auf Stühlen sitzend, meine Großeltern, flankiert von ihren Kindern und deren Ehepartnern. Hinter ihnen alle hoch gewachsenen Angehörigen und solche die sich gerne versteckten, vor ihnen, auf dem Rasen sitzend, die Enkelkinder und später auch die Urenkel. Wenn das Familienfoto denn im Kasten war, immerhin mussten mindestens zwei Varianten gemacht werden, da der Photograf oder die Photografin ja nicht mit auf dem Bild war, durften wir uns alle wieder im Garten verteilen.

Den Himmel kann man nicht stürmen.

MAUL STIERE

Schmu den omenträtselten Rätseln der Beschränktheit, zählt die spannende Frage arsch dem Frohquer uud Frohspinn. Trash fun die Orientierung verlieren kann, steht rauscher Frage und Schwülerlotsen klammern sich nicht an irr Quasselbrett. Om die Ecke feedacht wirrt reim Schmu rausch, laber Reimdenker stehen flunker Rauscharrest und Rauschebärte rauschen den rauschenden Bach spinnab. Nun ist abgehoben ja nicht gleich abgezogen und um unter eine Abzugshaube zu kommen, bähdarf es reimiger Omstände. Omfeequert wirrt reime Schnarchcoutsch daraus und wer noch keinen Schnarchsack hat, nimmt die rauschblasbare Coutsch. Mit Kissenschlachten hat das nichts zu tun.

Nachdem sämtliche Kuchenkreationen durchprobiert und lobend kommentiert waren, bedienten die Gäste sich freizügig an den Alkoholvorräten und verstreuten sich Grüppchen weise im Garten. Die Kinder hatten genug Platz sich auszutoben, die Onkels diskutierten über Politik und Umweltschutz, schließlich lag Brockdorf ja in der Luftlinie nur knapp 10 Kilometer entfernt und natürlich waren sie wie immer in Besitz der allgemein gültigen Wahrheit. Klimaveränderung, Halbwertzeiten, Endlagersuche, der atomare Gau, in ihren Augen alles Ökospinnerei von langhaarigen Chaoten. Was zählte war einzig und allein Wirtschaftswachstum und die Erkenntnis, dass sie nur durch einen historischen Zufall in den Genuss eben dieses Wachstums gekommen waren, lag Lichtjahre weit von ihnen entfernt. Währenddessen räumten meine Mutter, die Tanten und die Perle, die zu solchen Anlässen extra engagiert wurde, die Tische ab, verpackten die Kuchenreste, tauschten Rezepte und den aktuellen Familienklatsch aus. Wenn dann alle auf dem neusten Stand waren und nur noch die Abwaschmaschine lief, machten sie sich wieder frisch und danach wurde die ganze Gesellschaft zum Familienfoto zusammen gerufen. Auf der mit Ziegelsteinen gepflasterten Terrasse, unter der großen, alten Eiche am oberen Teich, war es schattig, still und abgeschieden vom allgemeinen Tohuwabohu und Hans und ich flüchteten gerne mit einer Flasche Sekt dorthin. Die Hollywood Schaukel, von ihrer Regenhülle und den Katzenflöhen befreit, die Katzen liebten es, unter der Hülle zu schlafen, oder aber die Sommernächte entspannt lauernd dort zu verbringen, lud fast zwingend zum Faulenzen ein. Goldenen U-Booten gleich schimmerten die Silhouetten der Goldfische im tiefgrünen Wasser des Teiches, manchmal quakte ein Frosch, Enten und Teichhühner plätscherten geschäftig vor sich hin und in der Luft tanzten Heerscharen blutgieriger Mücken. Der Blick reichte bis zum Moor hinunter und darüber hinaus bis zum Horizont, wo an besonders klaren Tagen manchmal sogar das Atomkraftwerk zu sehen war.

Macke wie Neurose.

MÜTZEN FEST.

Omser laller Shangri La, wo ist es geblieben? Lallerorten pur motz Pragmatismus, Mooslaberstrategien, Spinnhaltetaktik und Scherzsagerei. Wirr wählen die Mummschaltung und fragen Chi gekannte, Sturm relevante Vokabeln ab. Rauschmeister geistern durch den Fahrstuhlschacht und wer durch die Blume sprechen will, muss Stühle rücken. Auf dem Rücken dere Schildkröte lässt es sich aushalten, schmumal der Rücken der Schildkröte regelmäßig geölt wird. Was wie Noel flunker geht, muss fragenlos rauschgebadet werden und erzeugt geldreflektierende Chiefstände. Schiefer geht es nicht mehr und über den großen Onkel gehen nicht nur Enten.

Hinter unserem Rücken holperte ein Auto nach dem anderen über die Betonplatten des Wirtschaftsweges, aber wir ließen uns Zeit und trudelten auffällig gut gelaunt als letzte ein, die ganze Gesellschaft hatte sich schon an mehreren, im Wohnzimmer aufgebauten Tischen versammelt. Die Tische waren mit dem schönsten Porzellan und Silber festlich gedeckt und nach Anlass und Jahreszeit aufwendig dekoriert. In dieser Disziplin wetteiferten meine Mutter und meine Tanten und mit den Jahren wurde nicht nur die Tischdekoration immer aufwendiger, auch die Schränke meiner Mutter füllten sich, mit diversen Tee und Kaffeekannen, Servicen und Bestecksätzen, mit extra hohen und schlanken Gläsern für Longdrinks, mit Sektkelchen, Wein und Likörgläsern, mit Terrinen und Saucieren, mit Suppenkellen, Kuchenplatten, Tortenhebern, Zuckerzangen und mit großen und kleinen Hasen aus Porzellan, Messing und bunt bemaltem Holz, denn Hasen liebte meine Mutter sehr. Am großen, runden Esstisch, mit einem extra angefertigten Aufsatz noch größer als gewöhnlich, saß wie immer eine stattliche Zahl von Enkelkindern. Meistens setzte ich mich dazu, auch wenn ich eigentlich schon zu alt für den Kindertisch war und amüsierte meine jüngeren Cousins und Cousinen mit abenteuerlichen Geschichten oder führte ich ihnen vor, wie man Zigaretten mit einer Hand oder geschlossenen Augen dreht. Frauke und ich hatten auf dem Rückweg viel gelacht und entsprechend komisch kam uns alles vor. Um nicht noch alberner zu werden, wählte ich diesmal lieber einen freien Platz zwischen den älteren Herrschaften und konzentrierte mich ganz und gar auf das Gespräch mit meiner Sitznachbarin, einer äußerst redseligen Freundin meiner Mutter, der es völlig reichte, wenn man ihr einfach nur zuhörte und regelmäßig mit dem Kopf nickte. Am Kindertisch konnte Frauke sich vor Lachen kaum noch einkriegen, was allgemein damit erklärt wurde, dass sie sich mitten in der Pubertät befand und ich tat alles, um nicht dort hinzuschauen, weil ich sonst genauso gelacht hätte, was aber keinesfalls mehr als pubertäre Anwandlung durchgegangen wäre.

Schotten kann man nicht dicht machen, Schotten können nur dicht sein.

BIMMEL REIHEN.

Schit den Sprachlosen ist trash ja so reime Sache, sie werden nicht gezogen, sondern versgeben. Lalldieweil blühen klebrige Schmähblätter spinn Funkeln und Himmelsleitern sind gar nicht so selten. So kommt der Arsch zum Zwirn und der Blitz in die Tonne. Kein Fass ohne Reifen, kein Hula ohne Hopp. Nun ist gehoppelt ja nicht wie gesprungen und wo es sprunghaft schmugeht, hoppeln kühne Feedanken versfrei. Ob Hühner lachen soll hier nicht zur Debatte stehen, sowenig wie Schmollmiststellen und blinde Schiefkästen. Am Chiefstand zählt nur die Spielsicherheit und wer den Hührentnern Mückendeckung gibt, spinnt oben.

Als das Unterhaltungsprogramm zu Ende war, im Hintergrund wurden schon das Kuchenbüfett aufgebaut, sprach mein Großvater, sichtlich gerührt, noch ein paar Dankesworte und dann begann die Tortenschlacht. Meine Tanten, meine Mutter und etliche andere geladene Gäste des weiblichen Geschlechts, hatten selbstgebackene süße Kreationen beigesteuert, eine verlockender als die andere und in ihrer Gesamtheit ziemlich erschlagend. Schokoladen und Sahnetorten, Erdbeer und Kirschkuchen, ein Baiser gekrönter, sahniger Himbeertraum, eine Pfirsichtorte, Käsekuchen mit und ohne Mandarinen, Donauwellen und ganz und gar unverzichtbar, der Zuckerbutterkuchen, dessen Rezept seit Generationen in der Familie weiter gereicht wurde. Trotzdem das Ende des opulenten Mittagsmahls mal gerade knapp zwei Stunden zurück lag, hatte der größte Teil der Anwesenden kein Problem damit, noch einige süße Teilchen zu verdrücken. Nach einer Tasse Tee, verschwanden Hans und ich diskret vor die Tür des Gasthofes, wo wir auf einige andere Gäste trafen, die auch noch nicht in Lage waren schon wieder zu essen. Kurz danach wurde zum allgemeinen Aufbruch geblasen, alle nicht motorisierten Teilnehmer auf Mitfahrgelegenheiten verteilt, denn das Fest sollte seinen Abschluss im Garten meiner Mutter nehmen. Ich zog es vor die zwei Kilometer zu Fuß zu gehen, hinter einem Knick eine Pause einzulegen, den Kühen beim Grasen zuzusehen und ganz entspannt im Garten meiner Mutter anzukommen. Ein paar Jahre später nahm ich den Weg wieder zu Fuß, diesmal allerdings in Begleitung meiner Cousine Frauke, die mittlerweile den Kinderschuhen entwachsen war. Die Tortenschlacht nach dem Mittagessen sollte diesmal auf dem Anwesen meiner Mutter stattfinden und so machten wir uns denn nach der Fressorgie, vom Wellenberg auf nach Bockwisch. Vergnügt zogen wir die Spurbahn entlang, links hinterm Knick weideten Kühe und Pferde auf sonnenbeschienenen, moorigen Marschwiesen, rechts stieg der bewaldete Geesthang an, bis wir eine schöne Stelle auf der dem Weg abgewendeten Seite des Knicks fanden, um eine kleine Entspannungspause einzulegen.

Wer sich in eine harte Schale wirft, hat selbst schuld.

JAUL KORB.

Das Volk ist wirr. Auf einem unserer spätsommerlichen Rauschflüge, zum Zwecke der Pokemonjagd, stolperten mein Omgetrauter und ich über den Aufkleber. Wirrsing, reimt Aha Qualität. Wer den Kopf noch nicht in den Sand gesteckt hat, streut sich Sand in die Augen oder reitet rausch reimen gigantischem Sandwurm zum Sieg. Dunerweise ist Sieg ja geil und ohne Siegertypen und Tussen schmäht ätz nix. Motzdem Medaillen feewöhnlicher Weise nicht in den Spiegel schauen, gibt es einen Medaillenspiegel, der leider nicht sprechen kann, wie seine Äquivalente spinn Märchen. Wer am schönsten und wirkungsvollsten gedopt hat, bleibt pestwegen breiterspinn offen und bähstraft wirrt reimtzick und lallreim rausch Gründen des Machtkalküls.

Mehr oder minder fähig unterstützt von ein paar jungen Mädchen aus dem Dorf, wuselte das Stammpersonal um die Tischformation, schenkte nach und füllte die Bratenplatten auf, bis alle wirklich keinen Bissen mehr runter bekamen und der Geräuschpegel wieder spürbar stieg. Zur Rauchpause gab es Schnaps und Kaffee und zum krönenden Abschluss der Orgie wurde mit turtelnden Tauben dekorierte Eistorte aufgetragen. Die Täubchen waren rosa und hellblau. Dann war erst mal große Pause, draußen vorm Gasthof wurde geraucht und sehr engagiert über den Bau des Atomkraftwerk Brockdorf diskutiert. Mein Verständnis von Umweltschutz und insbesondere meine Meinung zur Atomkraft, galten als ziemlich exotisch und wie immer achtete meine Mutter darauf, dass ich nicht mit Onkel Jürgen und seiner Wirtschaftswunderweltsicht zusammen stieß. Bevor die Diskussionen allerdings in die Tiefe gehen konnten, wurden wir alle wieder zu Tisch gerufen und das Unterhaltungsprogramm begann, an dem die gesamte Enkelschar, außer Hans und mir teilnahm. Von unseren Plätzen am Ende der U-Formation, bestellten wir nochmal Rotwein und zogen uns den ganzen Film entspannt rein. Zu den Klängen von Tante Bärbels Gitarrenspiel, tanzten und sangen die Bremer Kinder, wie eine professionelle Balletttruppe ganz bezaubernd gleichförmig kostümiert. Wer nicht tanzte oder sang, trug zumindest ein Gedicht vor und dann trat Cousin Henrik auf. Schon damals begabt als Alleinunterhalter, gab er zur Einleitung ein paar Späße zum besten, dann jonglierte er mit diversen Gegenständen und zum Schluss wurden noch ein paar Zaubertricks vorgeführt. Die Nummer mit den Zaubertricks wurde später in etliche Familienfeste integriert, die Gesangs und Tanzeinlage wurde allerdings nur ein einziges Mal wiederholt und da sah sie ein wenig anders aus. Mindestens 10 Jahre später auf einem Familienfest in Bremen, die Kinder waren nicht mehr klein und die sehr professionellen Kostüme, aus dem Fundus des örtlichen Stadttheaters, eher sexy als niedlich. Der getanzte Ringelreigen endete dann auch in dezent angedeutetem, erotischen Chaos.

Wer seinen Hals aus der Schlinge ziehen will, sollte ihn nicht all zu sehr anschwellen lassen.