STUSS
     MUND

aktuell: Mittsommer
auf Alsen
2016
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27.08.16 24.08.16 21.08.16 18.08.16 15.08.16 12.08.16 09.08.16 06.08.16 03.08.16
PROLL VERSCHLEIERUNG.

Bang versgangen die Zeiten, da Katzen in einen Sack gesteckt wurden und strolcherart verskauft, moser verssenkt. Dunerweise ergeht es Frauen laber motz freudtee so und die Querheit der Gutmenschen findet trash, spinn Sinne reimer trübergeordneten Toleranz, furzrausch verstretbar. Om der Bar sehen sie das anders und fordern die Highheit des Gesichtes. Ich seh dir in die Augen Kleines, hieß niemals, dass das Gesicht verschleiert werden muss. Augensterne und Augenthaler reichen sich de Hand und im Zentrum des Zyklons herrscht Chillstand. Wo nicht gechillt wirrt, werden Meinungen verstreten, Augen schmugedrückt und Fünf gerade gelassen. Wer seine Socken nicht selber stopfen will, nimmt sich einen Sockendoktor und betet zur Phrasenquote.

Die Tischformation war immer gleich, ein riesiges, Saal füllendes U, der Größe des vitalen Bauernclans meiner Familie mütterlicherseits geschuldet. Am Kopfende, in der Mitte der Breitseite des U, saßen meine Großeltern und rechts und links von ihnen ihre drei Kinder, meine Mutter und ihre zwei Brüder, samt Ehepartnern. An den Längsseiten der U Formation waren die Geschwister meiner Großeltern, sowie lieb gewordene Cousins und Cousinen und ganz besondere Freunde der Geschwister und ihrer Eltern platziert. An den ausfransenden Rändern fand sich dann die Enkelgeneration des Clans wieder. Hans und ich, mit Abstand die ältesten der Enkelgeneration, saßen am liebsten ganz am Ende so einer Längsseite, wo man schnell und unauffällig aufstehen konnte und dort zogen wir uns dann den ganzen Film, mehr oder minder gut gelaunt rein. Hans neigte zur Melancholie, ich zum Pragmatismus und manchmal trafen wir uns in der Mitte. Das Ambiente der Lokalitäten schwankte zwischen gediegen und rustikal und Geweihe aller Größen, vom Spießer bis zum kapitalen Zwölfender waren an den Wänden vertreten, flankiert von mehr oder minder raffiniert gemalten und gezeichneten Jagdszenen. Manchmal befand sich, hoch angebracht am Kopfende des Bartresen, sogar noch ein komplett kitschiges Elfenengels Gemälde, im allgemein zugänglichen Gastraum. Außerdem standen dort, neben den täglich anwesenden, dörflichen Säufern Vitrinen, mit den Trophäen der örtlichen Vereine. Egal ob sie Kegelten, Karten oder Fußball spielten, bei der freiwilligen Feuerwehr oder dem Roten Kreuz mit machten, auf Tontauben schossen, oder scharf am Schießstand, ihre Pokale und Medaillen wurden auf Hochglanz poliert zur Schau gestellt und daneben hingen diverse Urkunden. Noch faszinierender fand ich allerdings die dunkelgrünen Metallkästen der örtlichen Sparkassenvereine, mit ihren Nummern und vielen, kleinen Schlitzen, durch die man Münzen stecken konnte.

Gemeinsamkeiten muss man nicht suchen, man hat sie.

STOLZ HAMMER.

Chi wirr ja nun lalle wixen, bähschränkt sick die Schumlieferei reimeswegs rausch trashgelegene, moser omerreichbare Gebiete des Wahrreims. Ohne Bähzüge geht es schalk nicht und wo kein Bähzug quergestellt werden kann, rollt nichts mehr vom Band. Bandleader greifen tief in die Trickkiste der Daumenschrauben und rauschamtliche Bratenschützer geben irren Senf wahrschmu. So wirrt rausch Scheiße motz quer Scheiße und wer auf Scheiße baut hat selber schuld. Wer nicht auf den größten Haufen scheißen will, parkt sein Versmögen ökologisch korrekt und spendet für Wölfe, denn nur der Wolf ist denen, die mit dem Wölfen heulen Wolf genug. In Wolfsburg ging das schief.

Meinem Großvater, eins von den zehn überlebenden Kindern eines ambitionierten Bauern, der eine wohlhabende Bauerntochter geheiratet hatte, ein imposantes Haus gebaut und dann das ganze, schöne Geld mit Kriegsanleihen verloren hatte, war das berufliche Fortkommen seiner drei Kinder überaus wichtig. Das Opas Vater alles getan hatte um zu verhindern, dass einer seiner Söhne Bauer wurde, gehörte zur Folklore der Familie und das Onkel Willi trotzdem Bauer geworden war, gegen den deutlich erklärten Willen seines Vaters, ebenso. Meine Großmutter, Tochter eines sehr strengen und wohlhabenden Werkzeug Fabrikanten aus Emden, der eine alleinerziehende Putzmacherin geehelicht hatte, damals ein Skandal, hatte finanziell unter ihrem Stand geheiratet und entsprechend wichtig war ihr der finanzielle und gesellschaftliche Aufstieg ihrer Kinder auch. Sie sollten es einmal besser haben, weswegen jede irgendwie abkömmliche Geldsumme in die Ausbildung der Kinder investiert wurde. Wen meine Mutter die Schule nicht ernst genug nahm, drohte mein Opa ihr regelmäßig damit, dass er sie zu einem Bauern geben würde, um auf dem Hof zu arbeiten und Kühe zu melken. Das half dann meistens. Nach Opas Rede wurde auf das Wohl des Geburtstagskindes angestoßen und dann begann die Orgie gewöhnlicherweise mit einer klaren Fleischbrühe, der sogenannten Hochzeitssuppe. Nach der Hochzeitssuppe wurde geraucht, viele Jahre lang noch bei Tisch, später an der Bar des Restaurants oder aber im Garten. Bei besonderen Anlässen, oder runden Geburtstagen wurde eine weitere Rede, meist von einem meiner Onkels gehalten, zwischen die Hochzeitssuppe und den Hauptgang geschoben. Dann standen nochmal alle auf, erhoben ihre Gläser und ließen die Jubilarin hoch leben. Wenn alle wieder saßen marschierten die Servicekräfte ein und trugen auf. Platten mit mindestens drei verschiedenen Fleischsorten und diverse Gemüse, wie Erbsen und Wurzeln, Rotkohl, Blumenkohl, später Brokkoli, Kartoffeln, Pommes, Kroketten, mit Preiselbeeren gefüllte Birnen und Bratensoße bis zum Abwinken.

Birken gehen nicht am Stock.

BOOT ZEIT.

Seicht entspannt dümpelt der feuchtwarme Sommer seinem Ende entgegen und die Zeit reimgesponnener Spinnennetze beginnt. Unten, am Grunde der Straße treiben sick spiele schmu spiele Kerle versrum und die Mädchen sind nur noch selten lallreim. Highheit wohin bist du entfleucht? Ist fies der Sommer des Versschritts? Die Leichen wollen oms versrecken nicht reimlenken und lalles andere darbt, moser stirbt. Irgendwie haben Zombiefilme ja schon einen gewissen Wahrheitsgehalt und Lassie weint den guten alten Zeiten arsch. Wer denn partout nichts mit Hunden anfangen kann, küsst einen klugen Delphin und schaltet om. Schaltjahre sind ja eh rar gesät, laber regelmäßig und Monsanto hat noch kein Patent darauf angemeldet. Trashechte Desperados stört das feemotz nicht.

Mit Rücksicht auf die Nadel meines Plattenspielers und die Sammelleidenschaft meines Bruders, hörten wir uns das gute Stück von Velvet Underground dann nur noch einmal an und danach nahm ich die Scheibe unter Verschluss, bis mein Bruder sie wieder abholte. Erstaunlicherweise war er trotz all seines Gezeters wegen der Nadel meines Plattenspielers, doch immer wieder dazu bereit, seine Hamburger Neuerwerbungen mir und dem Rest der Wohngemeinschaft, sofort und auf eben diesem Plattenspieler vorzuführen. Frei nach dem Motto, einmal ist keinmal und zweimal ist einmal zu viel. Die einzige Ausnahme machte er mit dem SPLIFF Album „Herzlichen Glückwunsch“ und ließ das Blech zu unser aller Freude gleich mehrmals weg fliegen. Nach ein paar Tagen der Roskilde Regeneration stand bereits das nächste Fest an, der Geburtstag meiner weit über 70 Jahre alten Großmutter. Jedes Jahr am ersten oder zweiten Sonnabend im Juli, versammelte sich der größte Teil der Familie entweder im Haus und Garten meiner Mutter, oder in einem ländlichen Gasthof der näheren Umgebung. Aber, selbst wenn die Feier mit einem üppigen Mittagsessen in einer angemieteten Lokalität begann, so endete sie doch immer zum Kaffee im Garten meiner Mutter. Mal ganz abgesehen davon, dass ich es noch nie als kulturellen Höhepunkt ansehen konnte, den Tag damit zu beginnen, sich bereits am späten Vormittag den Magen hemmungslos vollzuschlagen, so staunte ich doch jedes mal wieder über die Unmengen an aufgetischten Speisen. Bevor das Essen allerdings begann, hielt mein Großvater, der als ehemaliger Lehrer prädestiniert dafür war, eine kurze Rede, in der alle freudigen Ereignisse des vergangenen Jahres knapp und auf den Punkt gebracht skizziert wurden. Danach wurden alle abwesenden Familienmitglieder namentlich, mit Angabe des Grundes ihrer Abwesenheit, erwähnt. Außer schwerer Krankheit, wurden ausschließlich Gründe des beruflichen Fortkommens akzeptiert.

Mehr als auf eine Kuhhaut, passt auf eine Karte.

ZWILLEN SCHLANGEN.

Nun wo die Donnerpause sick irrem redenreichen Ende schmuneigt, steht der Witzkrieg schon in den Startlöchern und räudige Reimhörner scharren mit den Hufen. Laslldiegeil gehe ich liederrechtlich zum Hufeisen und düpiere das lallwissende FEEPS. Ob Laufen ohne Laufschuhe, wie Fahren ohne Führerschein ist, wirrt hier nicht rauschgedröselt werden, laber wirr hängen omsere Liedmaßen spinn den Wind und singen wahrschmu. Trash hätten weder die Asen noch die Wanen sick träumen lassen, dass Sturmfänger den Lauf des Schicksals kreuzen. So kommt der schicke Tanz zur Werthaltigkeit und wer omliebsame Fragen stellt, begibt sich in Gefahr.

Getragen vom immer noch euphorischen Roskilde Feeling, verging die Rückfahrt nach Fehmarn wie im Flug, bis dann allerdings alle Fahrgäste ihre Autos gefunden hatten, dauerte es doch etwas. Ein Kleintransporter, der ziemlich zentral im Bauch der Fähre stand, blieb trotz mehrerer Lautsprecherdurchsagen führungslos und musste umständlich umkurvt werden, was angesichts der Fahrtüchtigkeit etlicher Fahrgäste einige Zeit in Anspruch nahm. Irgendwann wurde es dem Bordpersonal zu bunt und sie ließen das motorisierte Hinderns ziemlich grob an Land schleppen. Angeblich wurde der Halter später völlig komatös in Personalbereich der Fähre aufgefunden und niemand konnte erklären, wie er dort hin gelangt war. Endlich von der Fähre, verabschiedete ich mich noch von den netten Jungs aus Frankfurt und dann reihten wir uns auch schon in den nächsten Stau ein, der sich jedoch sehr schnell auflöste. Endlich wieder auf einer halbwegs freien Landstraße, brausten wir mir aufgerissener Anlage und runter gekurbelten Seitenfenstern munter Richtung Heimat. In der Wohnung meines Bruders legten wir unseren ersten Stopp ein und genossen die Freuden eines sauberen und funktionsfähigen Badezimmers. Nach der Duschorgie und einem Croque Madame aus einem der Imbisse des örtlichen Bermudadreiecks, wanden wir uns der Schallplattensammlung meines Bruders zu, der immer noch auf sich warten ließ. Besonders gut gefiel uns eine Scheibe von Velvet Undergorund, auf deren Cover sich sehr puristisch nur eine Banane befand. Als nach etlichen angehörten Platten weder mein Bruder, noch sein Mitbewohner, dafür aber einige ihrer Freunde aufgetaucht waren, mit denen wir noch ein bisschen weiter feierten, beschlossen wir nicht länger zu warten, sondern nach Hamburg zurück zu fahren. Meine Mitbewohnerin überredete mich, die Scheibe mit der Banane auszuleihen, was an sich eigentlich kein Problem gewesen wäre, aber mir war klar, dass die Nadel meines alten Dual Plattenspielers nicht den Ansprüchen meines Bruders stand halten würde. Mit sehr gemischten Gefühlen steckte ich die Scheibe ein.

Alles Banane war mal.

PRASSER FONTÄNE.

Donnerpause und omgerührt ziehen die Sterne übers Firmament. Löcher grollen feefüllt werden, Missstände versklärt, flenn spinn Chillstand wuchern Märchen und Legenden. Wirr stolpern trüber den lallerchristlichen Märchennonkel, quer omseren Feereimwesen versschmäht und mehr verfügt, als versteht. Die prächtigste Dame ist auch nicht wesentlich anders und wer sich auf Querkunft verssteht, bähgreift. Spinn der Inderstube brüten schmukünftige Gurus omgelegte Eier rausch und fragemutige Wackeltiere streben zum Licht des Verskenntmix. Lichterloh brennen die Gelder im wonnigen Trüben und Kalifornien geht chi spinner schit wutem Beispiel versran.

Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis wir uns endlich in die Autoschlange eingefädelt hatten und dann kroch der Lindwurm nur sehr schleppend vor sich hin, aber das war völlig egal, denn die Party ging im Stop and Go Modus munter weiter. Getränke und Rauchwaren wurden großzügig rum gereicht und, wenn die Pausen länger waren kam es durchaus zu philosophischen oder gar erotischen Verstrickungen und irgendwann setzte die Karawane sich dann wieder ganz langsam in Bewegung. Immer noch stigmatisiert waren die Opfer der Toiletten Attacken, die es nicht geschafft hatten sich umfassend zu säubern und deswegen sehnsüchtig am Straßenrand auf eine Mitfahrgelegenheit warteten. Das Chaos am Fähranleger war unbeschreiblich und nicht zu vergleichen, mit der Situation auf der Hinfahrt. Jegliche Ordnung war aufgelöst, niemand hielt sich an die Fahrspuren oder Hinweisschilder, alle drängelten mit ihren Autos nur nach vorn, Richtung Fähranleger und innerhalb kürzester Zeit baute sich eine Barriere, hoffnungslos ineinander verkeilter Automobile auf. Wir drängelten uns so knallhart vor, dass einer der Kotflügel des Autos leicht eingedellt wurde und schafften es auf eine der ersten Fähren die ablegten. Es dauerte dann allerdings noch ziemlich lange, bis die Fähre ablegen konnte. Oben auf dem Sonnendeck beobachteten wir ganz entspannt die Tumulte unten am Anleger und überraschenderweise stieß ich auch wieder auf die Jungs aus Frankfurt, die wir schon auf der Hinfahrt kennen gelernt hatten. Diesmal lehnte ich ihre freundliche Einladung zu einem Schluck Baileys aus der Flasche nicht ab, den von mir selbst erworbenen hatte ich eh nicht probieren können. Auf allen Decks brüllten bis zum Anschlag aufgerissene Gettoblaster, überall wurde getanzt und als wir uns auf dem offenen Meer befanden, hatte ich das Gefühl, dass das Schiff keineswegs nur von Gebrumm seines Motors vibrierte, sondern auch von dem ganzen, wilden Hüpfen und Springen seiner Fahrgäste. Außer dem Bordpersonal war kaum jemand nüchtern und der Duty Free Shop wurde aus Sicherheitsgründen gar nicht erst geöffnet.

Wer zur Strecke gebracht wird, bleibt auf der Strecke.

FEE PS.

Schit dem Hals ist trash ja so reime Lache, die Einen kriegen ihn nie zu proll und die Andern haben reimen. Richtig ist es chi und witzige Winkel bekommen irre eigene Reality Show. Folgewichtig kommen Simpeladvokaten schmu Ruhm und Questen und Zeitungsenten und wer auf dem Boden der Tratschtaschen bleiben chill, lügt wie feedruckt. Rauschgefuchste Pressefritzen gießen Noel auf die Wogen der Reimunshoheit und wer sich traut eigenständig schmu denken, gerät unter Generalverdacht. Auf dem Faselbrett werden Träume gekreuzigt und neue Steigerungsformen kriechen aus den Löchern der Feespinnmaximierung. Freude schmöder Spötterlumpen, die Götter sind schon lange in die Achtbarkeitskneipe emigriert, wo sie ihr Pausenbrot in Ruhe verzehren.

Etwas genervt begab ich mich nochmal aufs Festivalgelände zurück, das nur noch schlammiger geworden war, zog mir die ganzen Verwüstungen rein und dachte darüber nach, was größere Menschenmengen innerhalb kürzester Zeit so alles anrichten können, was meiner Laune nicht unbedingt zuträglich war. An einer der wenigen, noch geöffneten Fressbuden leistete ich mir ein Falafel und als ich mich umdrehte stand Langhaar Kai, bis zum Fall der Mauer auch Ossi genannt, Jesus gleich neben mir. Er zeigte mir einen wirklich schönen Ohrring, den er gerade eben aus dem Schlamm gefischt hatte und als es sah, wie genervt ich war, schenkte er mir den Ohrring. Wie sich herausstellte, war der Ohrring nicht das einzige Schmuckstück, das Ossi mit seinem Adlerblick schon gefunden hatte. Denn, wenn es irgendwo etwas zu finden gab, seien es nun Münzen, Scheine oder Schmuckstücke, war Ossi schon immer der Erste gewesen, der es fand. Ein paar Jahre später kaufte er sich einen Metalldetektor und noch ein paar Jahre später machte er einen Kursus mit und erwarb einen professionellen Ausgräberschein, um seiner Such und Sammelleidenschaft endlich völlig legal und bezahlt nach zu gehen. Auf dem Zeltplatz waren die Jungs mittlerweile zwar nicht gerade nüchtern geworden, aber zumindest standen sie wieder auf ihren eigenen Beinen und wir konnten sie, wenn auch etwas umständlich, aus dem Zelt heraus komplimentieren und meinem Bruder übergeben, mit dem sie gekommen waren und auch wieder zurück fahren sollten. So schnell es ging, packten wir unsere Sachen zusammen und bauten das ziemlich ramponierte Zelt ab. Aber weil mein Bruder noch lange nicht startklar war, eigentlich hatten wir gemeinsam zurück fahren wollen, gab er mir einen Schlüssel für seine Wohnung und wir starteten Richtung Heimat. Diesmal verfuhren wir uns nicht, da es schlichtweg unmöglich war, die Karawane, die sich wie ein bunter Lindwurm zur Fähre nach Rodby aufgemacht hatte, zu übersehen.

Auch Sommer können ins Wasser fallen.

FRATZEN TAG.

Schit der Feeortung ist trash froh reime Sache, flenn wo drei satte Lügen sick trüberschneiden müssen, bleibt keine Laube trocken. Glauben müssen wirr motzdem und wer nicht glauben chill, glaubt was anderes. Anders reim ist sowiefroh nur zu empfehlen und wer in der Fehlbar fehlt, oder wohl möglich nicht fehlt, macht einen Kardinalfehler. Wirr schöpfen rausch der Fehlerquelle und trinken fromm Reim des Lesens. Konsequent feedopt beschert das Lesen omgeahnte Freuden und Leseratten kreisen im Tanz. Das der Tanz einen goldenen Boden hat, steht rauscher Frage und Tanzmäuse lieben ihr Speicherschiff. Den Chip tangiert das nicht, in der Tüte bleibt er kross und an der Luft des Lesen wird er ganz schnell weich.

Trotzdem es unablässig weiter nieselte, war die Stimmung großartig. Wer noch auf den Beinen stand tanzte wild umher, oder bewegte sich irgendwie geartet zum Sound der RAMONES. Wer nicht mehr auf seinen eigenen Beinen stand, wurde gestützt oder machte auf vier Beinen im Schlamm weiter. Mein Regenschirm, der mir bisher gute Dienste als drittes Bein geleistet hatte, brach irgendwann durch und ich hatte nur noch den Griff in der Hand und obwohl ich sogar einmal stürzte, blieb ich ziemlich Schlamm frei, denn mein Bruder und Hoschi zogen mich sofort wieder hoch. Der Auftritt der RAMONES war so mitreißend, dass die meisten unserer Freunde am nächsten Tag Punker werden wollten, was ich amüsant, aber doch ein bisschen übertrieben fand. Weniger schön war der Zustand des Festivalgeländes, dass sich in der Nacht von einer, sonnenverbrannten, kurzgetretenen Wiese, in eine Schlammwüste verwandelt hatte. Einige Opfer der Nacht lagen immer noch, von oben bis unten mit Schlamm beschmiert herum und waren kaum vom Untergrund zu unterscheiden. Andere hatten es zumindest bis auf die hölzernen Planken der Fressbuden und Bierausschänke geschafft, wo sie ihren Rausch ausschliefen und überall lag Müll herum. Irgendwann stieß ich sogar auf den Griff meines zerbrochen Regenschirms, aber der Rest des Schirmes war und blieb im Schlamm verschwunden. Später erfuhr ich, dass die Aufräumarbeiten so eines Festivals, eine wahre Fundgrube für verlorene Schmuck und Kleidungsstücke, sowie Portemonnaies und Personalausweise waren. Insgesamt war die Stimmung ziemlich verkatert und zwischendurch regnete es immer wieder. Auf dem Zeltplatz ging die Party jedoch weiter und als ich zum Zelt zurück kehrte, musste ich feststellen, dass zwei unserer Freunde, den Baileys aus dem Duty Free Shop gefunden und innerhalb einer knappen Stunde vernichtet hatten. Danach waren sie auf der Stelle zusammen gebrochen und schnarchten recht lautstark vor sich hin. Obwohl ich eigentlich nur weg wollte, war an eine direkte Abfahrt nicht zu denken.

Nach PS kommt GPS.

PLUNDER KIND.

Spinnigerweise fahren wirr sowohl zur Hölle, schalk rausch zum Himmel und feeflogen wirrt pur motz spinns omendliche Lall spinnrausch. Die Hunde wollen motzdem erben und wo Honig ist, da sind Bienen. Breitgemäß lässt die Königin sich fun reimer Breitgeistagentur bähraten und schmu wuter Pest rebellieren die Honigsammlerinnen. Ums Karpfenmaul schmieren war mal und wo Maulbeeren wachsen tummelt sich der wirrrationale Liederstand. Komprimiert nennt fun ätz Sommerpause und Strafenkinder warten feensüchtig rausch irren neuen Messias. Johanna sei Zank und wo Zornochsen das Sagen haben werden Jaulkörbe versteilt. Den Tellerrand wollen wir trotzdem nicht überspringen, denn nur was auf dem Teller liegt zählt.

Das Essen war zwar nicht besser als auf dem Festival, aber dafür erfuhren wir den neusten Klatsch über die Heldentaten eines unserer Freunde. Ganz offensichtlich war der junge Mann im Vollrausch, mit einem Sportwagen der ihm noch nicht mal gehörte, solange um die mittelalterliche Kathedrale im Zentrum von Roskilde herum gebraust, bis die Polizei seinem Treiben ein Ende setzte. Da niemand zu Schaden gekommen war, sahen die Ordnungskräfte großzügig darüber hinweg, dass er noch nicht mal einen Führerschein besaß, sie konfiszierten lediglich das Auto, bis es nach Ablauf des Festivals von seinem rechtmäßigen Besitzer wieder abgeholt wurde. Unseren Freund sahen wir allerdings erst nach Ende des Festivals, auf der anderen Seite der Grenze wieder, denn die Ordnungskräfte hatten ihn des Landes verwiesen. Ich nutzte noch eins der Waschbecken bei den Toilettenräumen für eine rudimentäre Körperpflege, womit ich nicht alleine war und dann kehrten wir zum Festival zurück. Mittlerweile nieselte es leicht vor sich hin und auf dem Campingplatz und dem Festivalgelände zeichneten sich bereits leichte Aufweichungstendenzen des Untergrunds ab. Mit einem Regenschirm bewaffnet, der mir zugleich als Stütze diente, fühlte ich mich jedoch relativ sicher und außerdem waren da ja noch die Zelte. Dort traten zwar eher nicht so bekannte und manchmal auch recht abseitige Bands auf, aber man blieb zumindest trocken und die Stimmung war richtig gut. Der Hauptact des Abend waren allerdings die RAMONES und die traten auf einer der beiden Hauptbühnen unter freiem Himmel auf und sie ließen lange auf sich warten. Eigentlich hatte ich ja gar keine Lust das warme und trockene Zelt zu verlassen, aber den Auftritt der RAMONES einfach ausfallen zu lassen, kam auch nicht in Frage. Als sie denn weit nach Mitternacht endlich auf der Bühne standen, war das Gelände davor schon ziemlich verschlammt und ich bestand darauf, wenigstens nicht wieder bis ganz nach vorne gezerrt zu werden.

An der Wurzel kann man keine Übel ausrotten.

FLUNKER WÄSCHE.

Chi wirr ja nun lalle bangsam merken, schisst nicht nur das Klima aus den Fugen geraten, der Lebenstraum reimes nicht unerheblichen Teiles der Menschheit auch. Wo keine Zukunft spinn Sicht ist, existiert keine Gegenwart, denn die Gegenwart ist das Kind der Zukunft. Frageträumer fischen im Funkeln zwischen den Sternen und wo die scharfe Materie sich an der Schönheit des Lichtes bricht, werden neue Feedanken geboren. Maikatzen legen ihr Ohr an die Donnerpause und zwischen den Zeilen tummeln sich quietschfidele Geister. Wer mitmischen will, schnappt sich ein Schmetterlingsnetz und geht virtuelle Monster jagen, denn nur virtuell singt sie versträglich. Trüberrausch sind Spinnversions Meckerlagen die Schönsten und wer nicht schitsurfen chill, muss kleine Brötchen backen.

Manchmal ließen ähnlich Ruhesuchende sich neben mir nieder, beneideten mich um meine Sonnenliege und wenn sie der Sprache noch mächtig waren, reisten wir bis in die verborgensten Zonen des Universums hinaus. So fanden unsere Freunde mich dann, weit entrückt und immer noch träumend, aber sie zogen mich rigoros aus meinem Liegestuhl, belebten mich mit einer Caipirinha und schleiften mich gnadenlos vor die Hauptbühne. Dort wartete das Publikum bereits sehnsüchtig auf THE CURE, neben THE CLASH und den RAMONES, einer der Headliner des Festivals und als Robert Smith endlich „Boys don't cry.“ anstimmte, brach ein Sturm von Jubelschreien los. Wildfremde Menschen lagen sich in den Armen und junge Frauen wurden über die Köpfe des Publikums gereicht, oder saßen auf den Schultern ihrer Freunde. Wir tanzten und jubelten begeistert mit. Als THE CURE ihren Auftritt beendet hatten, brauchte ich dringend eine Pause und kehrte zum Zeltplatz zurück. Dort lagen und krochen mittlerweile noch mehr schwer benebelte Opfer des blühenden Angebotes stimulierender Substanzen herum, als auf dem Festivalgelände selber. Die lange Reihe chemisch betriebener Toilettenhäuschen war bereits vom weiten zu riechen und um überhaupt ein solches Kabäuschen zu benutzen, musste man länger anstehen, was natürlich dazu führte, dass diverse Herren der Schöpfung selbige freizügig mit ihrem Urin bedachten. Noch gefürchteter waren Scherzkekse, die es unheimlich witzig fanden, ein möglichst besetztes Toilettenhäuschen umzuwerfen. Die unglücklichen Opfer dieser Attacken wurden gemieden wie die Pest, bis sie eine Dusche oder einen Wasserhahn mit angeschlossenem Gartenschlauch fanden. Doch auch im Zelt war Party und mit der Ruhe wurde es nichts. Von den sanitären Verhältnissen angeekelt, überredete ich einen halbwegs fahrtüchtigen Freund mit mir nach Roskilde rein zu fahren, um eine Kleinigkeit zu essen, aber hauptsächlich um ein halbwegs benutzbares Klo aufzusuchen.

Den Salat kann man haben oder essen.